Up2Race triumphiert beim 24H Series Finale in Barcelona – Saintéloc krönt sich zum Europameister

Von /

Das Saisonfinale der Michelin 24H SERIES European Series 2026 hatte noch einmal alles zu bieten: zahlreiche Führungswechsel, unterschiedliche Boxenstrategien, technische Rückschläge und eine spannende Schlussphase. Nach 24 Stunden auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya feierte Up2Race mit dem Porsche 911 GT3 R (992) EVO einen souveränen Gesamtsieg. Der Meistertitel ging unterdessen an das Saintéloc Junior Team und seinen Audi R8 LMS GT3 EVO II.

Für Up2Race war es ein ganz besonderer Erfolg. Tim Heinemann, Fabio Grosse, Alfred Renauer und Oleksiy Kikireshko brachten den Porsche mit der Startnummer 88 nach einer beeindruckenden Vorstellung und einem Vorsprung von mehr als zwei Minuten als Gesamtsieger ins Ziel. Dabei bestritt die Mannschaft erst ihr zweites Rennen in der 24H SERIES und ihr erstes 24-Stunden-Rennen überhaupt.

Tim Heinemann sagte nach dem Zieleinlauf:

„Es ist das erste 24-Stunden-Rennen für das Team, daher bedeutet es uns sehr viel. Wir sind als Team noch recht neu in der GT3-Klasse. In der Nacht hatten wir ein super Tempo, unser Auto war wirklich sehr schnell. Das Team hat bei der Abstimmung hervorragende Arbeit geleistet, und letztendlich hat das heute den Ausschlag gegeben.“Hinter dem Sieger belegte HAAS RT mit dem BMW M4 GT3 EVO den zweiten Gesamtrang und gewann gleichzeitig die GT3-AM-Klasse. HOFOR Racing komplettierte mit dem Mercedes-AMG GT3 EVO das Gesamtpodium und sicherte sich zum Saisonabschluss den GT3-AM-Titel.

Der vierte Gesamtrang genügte dem Saintéloc Junior Team zum großen Triumph. Das französische Team gewann mit dem Audi R8 LMS GT3 EVO II die GT3-PRO-AM-Wertung des Rennens, holte den Klassentitel und krönte sich zum Europameister der Michelin 24H SERIES 2026.

Pierre Kaffer sagte nach dem Rennen voller Freude:

„Es ist großartig, Meister zu sein – wir haben es nun schon zum zweiten Mal geschafft, die 24H SERIES zu gewinnen. Damit hätten wir vor Beginn dieser Saison nie gerechnet. Es war wirklich hart, und gerade bei diesem Rennen war es unglaublich, wie die gesamte Crew gearbeitet hat.“

GT3

Von der Pole-Position ging Maxime Martin im Mercedes-AMG GT3 EVO des GetSpeed Team PCX Racing ins Rennen. Bereits in der ersten Kurve musste er die Führung jedoch an Mikaël Grenier im Mercedes von Ajith RedAnt Racing abgeben. Dahinter erwischte Jesse Krohn im BMW M4 GT3 EVO von Gamota Racing einen starken Start und arbeitete sich auf den dritten Platz vor. Gemeinsam mit Pierre Kaffer im Saintéloc-Audi, Tim Heinemann im Up2Race-Porsche und Jake Hill im Ferrari 296 GT3 EVO von Era Motorsport entwickelte sich in der Anfangsphase ein enger Kampf an der Spitze.

Die erste von insgesamt elf Code-60-Phasen folgte nach rund 75 Minuten. Weitere Neutralisationen sorgten anschließend dafür, dass die Reihenfolge immer wieder durcheinandergeriet. Besonders die GT3-AM-Mannschaften profitierten von den Tankregeln: Teams mit reinen Amateurbesetzungen durften während einer Code-60-Phase deutlich mehr Kraftstoff aufnehmen als die Pro- und Pro-Am-Teams.

Dadurch rückten unter anderem HOFOR Racing und HAAS RT in aussichtsreiche Positionen vor. Up2Race konnte diesen strategischen Vorteil mit hohem Tempo, sauberer Fahrweise und konsequentem Kraftstoffsparen ausgleichen. Weil der Porsche einen Boxenstopp weniger benötigte, übernahm die Mannschaft zur Rennhalbzeit die Führung.

Um Mitternacht lag Up2Race rund eine Minute vor Viper Niza Racing. Dahinter folgten HAAS RT, Saintéloc, HOFOR Racing und Ajith RedAnt Racing. In der Nacht setzte sich der Porsche immer weiter ab und führte zeitweise mit fast drei Runden Vorsprung. Für die beiden Mercedes-AMG des GetSpeed-Lagers verlief die Nacht dagegen enttäuschend. Beim Meisterschaftsanwärter GetSpeed Team JR286 musste das Getriebe gewechselt werden, wodurch mehr als eine Stunde verloren ging. Der von der Pole-Position gestartete PCX-Mercedes wurde durch ein Radlagerproblem zurückgeworfen und musste sich anschließend vom Ende des Feldes wieder nach vorne kämpfen.

Weniger als drei Stunden vor dem Rennende kam es zu einem heftigeren Unfall. Dwight Merriman verlor in der letzten Kurve die Kontrolle über den Ferrari von Era Motorsport und schlug heftig in die Streckenbegrenzung ein. Merriman blieb glücklicherweise unverletzt. Die anschließenden Reparaturarbeiten bescherten Up2Race einen weiteren strategischen Vorteil: Kikireshko konnte unter Code 60 seine vorgeschriebene Mindestfahrzeit absolvieren, bevor Heinemann für die Schlussphase wieder das Steuer übernahm.

Eine weitere Neutralisation nach dem Ausfall des Audi von Juta Racing brachte kurz vor dem Ende noch einmal Spannung in das Rennen. HOFOR Racing und HAAS RT nutzten die Gelegenheit, um während der Code-60-Phase größere Kraftstoffmengen nachzutanken. Up2Race drohte dadurch, den zuvor herausgefahrenen Vorsprung bei einem längeren Tankstopp wieder zu verlieren.

Die Mannschaft reagierte mit einer mutigen Strategie. Rund 50 Minuten vor dem Ziel holte sie Fabio Grosse zu einem frühen Stopp für Kraftstoff und frische Reifen an die Box. Anschließend sparte Grosse konsequent Benzin. Ein kurzer letzter Tankstopp genügte, um den Porsche sicher bis zur Zielflagge zu bringen, ohne die Führung abgeben zu müssen. Hinter dem Sieger entwickelte sich ein Fernduell zwischen HAAS RT und HOFOR Racing. Der BMW M4 GT3 EVO von HAAS RT absolvierte seinen letzten Boxenstopp etwas schneller und sicherte sich damit den zweiten Gesamtrang sowie den Sieg in der GT3-AM-Klasse. Für Storm Gjerdrum, Manel Lao Cornago sowie Peter und Nicolas Guelinckx war es ein bemerkenswertes Ergebnis – schließlich war es erst das zweite Rennen des Teams seit dem Wechsel auf BMW.

HOFOR Racing komplettierte mit Chantal und Alexander Prinz, Michael Kroll, Torsten Kratz und Maximilian Partl im Mercedes-AMG GT3 EVO das Gesamtpodium. Gleichzeitig gewann die Schweizer Mannschaft den GT3-AM-Meistertitel und verabschiedete sich damit erfolgreich aus ihrer vorerst letzten Saison als Vollzeitteilnehmer der 24H SERIES. Saintéloc belegte mit Pierre Kaffer, Elia Erhart, Célia Martin, Michael Doppelmayr und den weiteren Fahrern des Teams den vierten Gesamtrang. Damit gewann die Mannschaft die GT3-PRO-AM-Wertung und sicherte sich sowohl den Klassentitel als auch die Gesamtmeisterschaft.

Ajith RedAnt Racing beendete das Finale auf dem fünften Platz vor Viper Niza Racing. Der PCX-Mercedes kämpfte sich nach dem nächtlichen Radlagerproblem noch auf Rang sieben zurück. Die Serienneulinge von Gamota Racing wurden Achte, E2P Racing belegte den neunten Platz. GetSpeed Team JR286 kam nach dem zeitaufwendigen Getriebewechsel nicht über den 17. Gesamtrang hinaus.

992

Auch in der 992-Klasse fiel die Entscheidung erst spät. Red Camel-Jordans.nl war als Tabellenführer nach Barcelona gereist und startete mit Rik Breukers von der Pole-Position. Julian Hanses kämpfte sich im Porsche von QMMF by HRT Performance jedoch schnell vom fünften Startplatz nach vorne und übernahm die Führung. Nach den ersten Boxenstopps während der Code-60-Phase setzte sich zunächst Mühlner Motorsport an die Spitze. Im weiteren Rennverlauf übernahm der HRT-Porsche mit der Startnummer 928 die Führung.

Eine halbe Stunde vor Mitternacht endete der Kampf von Red Camel-Jordans.nl um den 992-Titel. Nach einem Drosselklappenalarm versuchte Ivo Breukers zunächst, das Problem durch einen Reset zu beheben. In der Box stellte sich jedoch heraus, dass eine Reparatur nicht mehr möglich war.

Der HRT-Porsche mit der Startnummer 928 kontrollierte daraufhin die Klasse und führte zeitweise mit drei Runden Vorsprung. In der 17. Rennstunde musste das Team allerdings zunächst den Motor wechseln. Ein anschließendes Getriebeproblem bedeutete endgültig das Aus.

Damit übernahm RPM Racing die Führung. Trotz eigener Schwierigkeiten, darunter Probleme mit der Antriebswelle, hielt sich der Porsche mit der Startnummer 907 lange an der Spitze. Mühlner Motorsport verkürzte den Rückstand kontinuierlich, sodass die beiden Fahrzeuge zwei Stunden vor dem Rennende weniger als zehn Sekunden trennten. 

Conrad Tox Leveau überholte Patrick Huisman und verschaffte Mühlner vor der letzten Rennstunde einen Vorsprung von rund 35 Sekunden. Nur 40 Minuten vor dem Ziel versagte dann die Antriebswelle des RPM-Porsche endgültig.

Mühlner Motorsport feierte dadurch mit Martin Rump, Joshua Bednarski und Conrad Tox Leveau den dritten Saisonsieg sowie den Meistertitel in der 992-Klasse. Van Berlo Motorsport by CP Motorsport belegte den zweiten Klassenrang. Seblajoux Racing wurde Dritter und gewann zugleich die 992-AM-Wertung.

GT4, GTX und TCE-TCX

CP Motorsport durfte sich in Barcelona über gleich zwei Klassensiege freuen. In der GT4 setzte sich der BMW M4 GT4 nach einem intensiven Duell gegen den Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport von Sorg Rennsport durch. Johan de Rouw führte für CP Motorsport zunächst das Feld an. Nach den ersten Boxenstopps übernahm vorübergehend der Porsche die Kontrolle. Im weiteren Rennverlauf schlug das Pendel jedoch wieder zugunsten des BMW aus. Johan de Rouw, Semo Keric, Daaf Steentjes, Patrick Grootscholten und Pieter-Jan Lefevere fuhren schließlich einen souveränen GT4-Erfolg ein.

In der TCE-TCX-Kategorie erwischte der Ligier JS2 R von Not Only Motorsport den besten Start. Bereits nach einer Stunde musste Gino Rocchio das Fahrzeug wegen eines Brandes im Motorraum in Kurve drei abstellen. Der Zwischenfall löste die erste Code-60-Phase des Rennens aus.

Weil der Ligier anschließend weitere außerplanmäßige Boxenstopps absolvieren musste, entwickelte sich ein Zweikampf zwischen den Cupra TCR DSG von CP Motorsport und Stanco&Tanner Motorsport. Ein Reifenschaden am Cupra mit der Startnummer 112 in der sechsten Rennstunde warf Stanco&Tanner zurück und ermöglichte CP Motorsport den Ausbau der Führung.

Peter und Matthijs Terlouw gewannen gemeinsam mit Robbin Heijerman und Karel Neleman die TCE-TCX-Klasse für CP Motorsport. Not Only Motorsport kämpfte sich trotz der zahlreichen verlorenen Runden noch unter die besten drei zurück und sicherte sich damit den Meistertitel.

Als einziges gemeldetes Fahrzeug in der GTX-Kategorie gewann der Vortex 2.0 mit Philippe Bonnel, Julien Boillot, Marc Girard, Thierry Chkondali und Michel Sallenbach die Klasse. Für das Team war es bereits der vierte Saisonsieg. Gleichzeitig sicherte sich die Mannschaft den GTX-Titel und erreichte einen Platz unter den besten 20 der Gesamtwertung.

Die finalen Rennergebnisse findet ihr hier.

das 24-Stunden-Rennen verpasst? Hier kannst du dir die ganze Rennaction als Wiederholung anschauen ⬇️

Danke für eine spannende Saison 2026!

Damit endet eine ereignisreiche Michelin 24H SERIES 2026. Fünf der sieben Saisonrennen durften wir für euch auf Deutsch kommentieren und übertragen. Lediglich bei den 6H Abu Dhabi und den 12H Spa waren wir nicht dabei.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Kommentatoren, die uns im Laufe der Saison unterstützt und die Rennen begleitet haben. Ein ebenso großer Dank gilt allen Zuschauer für das Interesse, die Treue und die großartige Beteiligung während unserer Übertragungen. Unser besonderer Dank geht an den Veranstalter Creventic und an die Pit Reporter in der Boxengasse, die uns während der Saison mit Interviews, Informationen und interessanten Einblicken unterstützt haben.

Ein riesiges Dankeschön geht außerdem an die 0221media Group, die mit ihrer Regie sowie den zahlreichen Kameraleuten und Produktionsmitarbeitern für die Umsetzung der Übertragungen verantwortlich ist. Das deutsche Unternehmen begleitet die 24H SERIES bereits seit 2013 als Produktionspartner. Zum Abschluss bedanken wir uns auch bei quattro media für das Vertrauen und die Übertragungsrechte an der 24H SERIES.

Damit heißt es: Tschüss, 2026 – und hoffentlich auf ein Wiedersehen im Jahr 2027! Bis dahin: Macht’s gut und auf Wiedersehen!