Die Asian Le Mans Series bzw. Winter Le Mans Series startet 2026/27 mit einem vollen Starterfeld in ihre besondere Europa-Saison. Insgesamt 47 Fahrzeuge werden bei den sechs vierstündigen Rennen an den Start gehen, die erstmals komplett auf europäischen Rennstrecken ausgetragen werden. In der neuen Hypercar-Klasse stehen dabei zwei Ferrari 499P am Start, während auch LMP2 und GT3 mit starken Feldern vertreten sind.
Insgesamt 32 Teams aus 16 Nationen sind für die Saison eingeschrieben. Neben zahlreichen europäischen Teams sind auch Teilnehmer aus Malaysia, Hongkong, Japan, Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten vertreten. Mit dem Start der Hypercar-Klasse verändert sich zudem die Klassenstruktur der Asian Le Mans Series. LMP3 ist in dieser Saison nicht mehr Teil der Meisterschaft. Die Klasse soll stattdessen im neuen Asian Le Mans Cup vertreten sein, dessen Starterfeld in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden soll.
Zwei Ferrari 499P in der neuen Hypercar-Klasse
Die neue Hypercar-Kategorie wird in ihrer ersten Saison zunächst lediglich zwei Fahrzeuge umfassen. Beide Entries setzen auf den Ferrari 499P. Cetilar Racing, die in der vergangenen Saison Vizemeister in der LMP2 wurden, bringen den Ferrari mit der Startnummer 47 an den Start. Roberto Lacorte und sein Sohn Nicola Lacorte teilen sich das Fahrzeug mit Le-Mans-Sieger Antonio Fuoco. Der zweite Ferrari 499P startet unter der Nennung von AF Corse. Im Fahrzeug mit der Startnummer 90 treten der ehemalige LMP2-Fahrer Luis Pérez Companc sowie die beiden Le-Mans-Sieger Yifei Ye und Nicklas Nielsen an.
Ursprünglich hatten mehrere Teams Interesse an einem Einstieg in die neue Hypercar-Klasse gezeigt. Die verpflichtende Einstufung eines Fahrers mit FIA-Bronze-Status sowie die Verlegung der Meisterschaft nach Europa aufgrund der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten erschwerten jedoch weitere Programme. Damit bleibt es vorerst bei den beiden Ferrari.
LMP2 mit 16 Fahrzeugen
In der LMP2 wird mit 16 Fahrzeugen die Teilnehmerzahl der vergangenen Saison erneut erreicht. Alle Fahrzeuge setzen auf den Oreca 07-Gibson und treten nach dem Pro-Am-Reglement mit einem verpflichtenden Bronze-Fahrer an.
Die amtierenden Meister CrowdStrike Racing by APR kehren zur Titelverteidigung zurück. Angeführt wird das Fahrzeug von LMP2-Fahrerchampion George Kurtz. Algarve Pro Racing, Meister der Saison 2024/25, setzt zusätzlich zwei weitere Oreca ein. Michael Jensen fährt die Startnummer 25, während der ehemalige ELMS-Meister John Falb im Fahrzeug mit der Nummer 20 antritt.
Nielsen Racing und DKR Engineering, beide ehemalige LMP2-Meister der Asian Le Mans Series, bringen jeweils einen Oreca an den Start. Für Nielsen Racing ist der US-Amerikaner Naveen Rao als führender Fahrer genannt, während der Belgier und ehemalige Le-Mans-Cup-Meister Jean Glorieux für DKR Engineering antritt.
Inter Europol Competition setzt ebenfalls auf zwei Fahrzeuge. Im Fahrzeug mit der Startnummer 43 tritt der zweifache Le-Mans-Klassensieger Nick Yelloly gemeinsam mit dem aktuellen Formel-2-Fahrer Cian Shields an. Der zweite Oreca von Inter Europol Competition ist ebenfalls für die Saison eingeschrieben.
United Autosports, AF Corse und Proton Competition setzen jeweils zwei LMP2-Fahrzeuge ein. Die weiteren LMP2-Einsätze gehen an Team Virage, Duqueine Team und CLX Motorsport, die jeweils einen Oreca-Gibson einsetzen. Nicht mehr dabei sind dagegen RD Limited, die in der vergangenen Saison zu den Titelkandidaten gehörten, sowie ARC Bratislava und Vector Sport, die 2025/26 ebenfalls mit LMP2-Fahrzeugen vertreten waren.
29 GT3-Fahrzeuge mit acht Herstellern
Das mit 29 Fahrzeugen größte Feld stellt die GT3-Klasse. Insgesamt acht Hersteller sind vertreten: Aston Martin, BMW, Ferrari, Ford, Lamborghini, McLaren, Mercedes-AMG und Porsche.
Die Mercedes-AMG GT3 EVO bilden mit sieben Fahrzeugen die größte Gruppe. Dazu kommen sechs Porsche 911 GT3 R EVO, fünf Ferrari 296 GT3 EVO, vier Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO, jeweils zwei Lamborghini Temerario GT3, Ford Mustang GT3 EVO und McLaren 720S GT3 EVO sowie ein BMW M4 GT3 EVO. Im Vergleich zur vergangenen Saison kommen Ford und Lamborghini neu hinzu, während die Chevrolet Corvette Z06 GT3.R nicht mehr im Starterfeld vertreten ist.
Die ehemaligen Meister Manthey Racing kehren mit zwei Porsche 911 GT3 R EVO zurück. Im Fahrzeug mit der Startnummer 91 sitzt der Meister der Saison 2024/25, Klaus Bachler. Die Startnummer 92 wird von dem mehrfachen Le-Mans-Klassensieger Richard Lietz pilotiert. Die asiatischen Teams werden unter anderem durch das malaysische Petrolife Racing Team vertreten. Das Team bringt einen Mercedes-AMG GT3 EVO an den Start, in dem der Malaysier Afiq Yazid als einer der Fahrer genannt ist.
Auch Japan ist mit zwei Teams vertreten. Takeshi Kimura kehrt mit dem markanten Ferrari 296 GT3 von Car Guy Racing in die Serie zurück. Im Fahrzeug sind außerdem Esteban Masson und Mathys Jaubert genannt. PONOS Racing wechselt nach dem LMP2-Programm der vergangenen Saison zurück in die GT3-Klasse und setzt einen Ferrari 296 GT3 EVO für Yorikatsu Tsujiko und Takuro Shinohara ein. Shinohara wurde 2024 Vizemeister in der GT300-Klasse der japanischen Super GT.
Team Qatar by Iron Lynx, aktuell Tabellenführer in der LMGT3-Klasse der European Le Mans Series, setzt einen Mercedes-AMG GT3 EVO für den Katarer Abdulla Ali Al-Khelaifi und Maxime Martin ein. Ein zweiter Mercedes-AMG wird von Iron Lynx für das aus Hongkong stammende Craft-Bamboo Racing eingesetzt. Für Iron Lynx ist es zugleich das Debüt in der Asian Le Mans Series.
Das anglo-bahrainische Team 2 Seas Motorsport kehrt nach einem Jahr Abwesenheit zurück und bringt zwei Mercedes-AMG GT3 EVO an den Start. Im Fahrzeug mit der Startnummer 46 fahren der Bahrainer Isa Al Khaifa und Nicolas Cristofaro. Die Startnummer 33 wird von Lawrence Tomlinson und dessen Sohn Freddie besetzt. Dragon Racing aus den Vereinigten Arabischen Emiraten setzt auf einen Ferrari 296 GT3 für den ehemaligen ELMS-LMGT3-Meister Axcil Jefferies aus Simbabwe.
Das US-amerikanische FIA-WEC-Team Heart of Racing Team bringt zwei Aston Martin Vantage GT3 EVO an den Start. Gray Newell ist für die Startnummer 26 genannt, während Ian James das Fahrzeug mit der Nummer 27 pilotiert. Zwei weitere Aston Martin werden von Car Blanche by RSL und Ecurie Ecosse Blackthorn eingesetzt. Bei Car Blanche by RSL ist unter anderem der aktuelle WEC-Meisterschaftsführende Jonny Edgar für sein erstes Rennen mit einem Aston Martin genannt.
Das belgische Team WRT kehrt ebenfalls mit einem BMW M4 GT3 EVO zurück. Im Fahrzeug sitzt Anthony McIntosh, der die vergangene Saison als Vizemeister der GT3-Klasse beendete. Garage 59 setzt zwei McLaren 720S GT3 EVO ein. Tom Fleming fährt die Startnummer 58, Alexander West die Nummer 60.
Haupt Racing Team bringt erstmals den Ford Mustang GT3 EVO in die Asian Le Mans Series und gibt dem Fahrzeug damit zugleich sein Debüt im Wettbewerb nach ACO-Reglement. Das deutsche Team setzt zwei Fahrzeuge ein. Unter den genannten Fahrern befinden sich der Inder Arjun Maini, David Schumacher und Teambesitzer Hubert Haupt. Auch der Lamborghini Temerario GT3 feiert sein Debüt in der Asian Le Mans Series. DFYNE Racing Team und Leipert Motorsport setzen jeweils einen der neuen Lamborghini ein.
Die beiden AsLMS-Rennsieger GetSpeed und Winward Racing bringen jeweils einen Mercedes-AMG GT3 EVO an den Start. Für GetSpeed fahren Steve Jans und Anthony Bartone im Fahrzeug mit der Startnummer 9. Die Startnummer 87 von Winward Racing wird von Rinat Salikhov pilotiert. Auch Winward Racing kehrt nach einem Jahr Abwesenheit in die Meisterschaft zurück.
Proton Competition setzt neben seinen beiden LMP2-Oreca auch zwei Porsche 911 GT3 R EVO ein. Hiroyuki „Bankcy“ Ogawa fährt die Startnummer 77, während der australische WEC- und ELMS-Pilot Martin Berry im Fahrzeug mit der Nummer 99 antritt. High Class Racing und Herberth Motorsport vervollständigen das Porsche-Aufgebot mit jeweils einem Fahrzeug. Herberth Motorsport hat dabei unter anderem den ehemaligen Porsche-Werksfahrer Mathieu Jaminet in seinem Aufgebot.
Das GT3-Feld wird durch zwei weitere Ferrari 296 GT3 EVO von AF Corse komplettiert. Damit ist AF Corse in allen drei Klassen der Asian Le Mans Series 2026/27 vertreten: mit zwei LMP2-Oreca, zwei Ferrari 499P in der Hypercar-Klasse sowie zwei Ferrari 296 GT3 EVO.
Bei den Fahrzeugen, für die bislang erst ein oder zwei Fahrer angekündigt wurden, müssen noch weitere Fahrernennungen erfolgen, da jedes Auto mit drei Fahrern besetzt wird. Die provisorische Starterliste (Stand: 30. September 2026) zur Saison 2026/27 findet ihr hier.
Stimmen zur Starterliste
Pierre Fillon, Präsident des Automobile Club de l’Ouest, sagte:
„Ein Starterfeld mit 47 Fahrzeugen für die Asian Le Mans Series 2026/27 ist ein beeindruckender Beleg für die Stärke und Attraktivität der Meisterschaft. In dieser außergewöhnlichen Saison zeigt dieses bemerkenswerte Feld das Vertrauen von Teams, Herstellern und Fahrern in die Serie und in die Werte des Langstreckensports. Mit dem erstmaligen Einsatz von Hypercars neben einem hochkarätigen LMP2- und GT3-Feld haben wir alle Voraussetzungen für eine herausragende Saison. Die Asian Le Mans Series bleibt ein wichtiger Bestandteil der Le-Mans-Langstreckenfamilie und ein Weg zu den 24 Stunden von Le Mans. Ich möchte allen Teilnehmern für ihr Engagement und ihr Vertrauen danken und freue mich darauf, dieses außergewöhnliche Feld im November in Le Castellet auf der Strecke zu sehen.“
Frédéric Lequien, CEO von ALMEM und LMEM, erklärte:
„Wir freuen uns sehr, auch in dieser Saison ein derart großes Starterfeld für die Asian Le Mans Series präsentieren zu können. Trotz der anhaltenden Probleme im Nahen Osten sind wir sehr froh, dass so viele Fahrer und Teams aus Asien nach Europa reisen, um an dieser einzigartigen Winterserie teilzunehmen. Wir haben zwei Ferrari in der Hypercar-Klasse eingeschrieben. Auch wenn wir uns für die erste Saison mehr Fahrzeuge gewünscht hätten, freuen wir uns darauf, Cetilar Racing und AF Corse in Le Castellet in Aktion zu sehen.
Mit 16 Fahrzeugen in der LMP2 und 29 in der GT3 haben wir zudem ein beeindruckendes Feld. Tatsächlich haben wir deutlich mehr Bewerbungen erhalten, als Plätze für das Maximum von 47 Fahrzeugen zur Verfügung standen. Wir möchten daher jedem Team danken, das sich um einen Platz im Starterfeld der Asian Le Mans Series 2026/27 beworben und damit sein Interesse und seine Unterstützung für die Meisterschaft gezeigt hat.“
Stéphane Ratel, Gründer und CEO der SRO Motorsports Group, sagte:
„Auch wenn sich Kalender und Austragungskontinent deutlich verändert haben, hat die Asian Le Mans Series erneut ihren Status als wichtigste Winterdestination im Sportwagensport unterstrichen und ein ausverkauftes sowie hochkarätiges Starterfeld zusammengestellt. LMP2 und GT3 sind gewohnt stark besetzt, während die beiden Hypercar-Einsätze – auch wenn es derzeit nur zwei Fahrzeuge sind – ein Zeichen für die Zukunft darstellen. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit im Nahen Osten mussten die Organisatoren die Meisterschaft vorübergehend aus der Region verlegen. Das Ergebnis ist in Form dieses beeindruckenden Starterfeldes und der weiteren Fahrzeuge, die nicht berücksichtigt werden konnten, deutlich zu sehen.“
Saisonstart in 42 Tagen
Der Saisonauftakt steigt vom 13. bis 15. November auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich. Anschließend geht es zum Circuito de Jerez nach Spanien, ehe das Saisonfinale im portugiesischen Portimão auf dem Autódromo Internacional do Algarve ausgetragen wird. Bis zum ersten Rennwochenende der europäischen Asian Le Mans Series beziehungsweise Winter Le Mans Series sind damit noch 42 Tage zu überbrücken. Wir werden die gesamte Saison live und mit deutschem Kommentar auf unserem YouTube-Kanal übertragen!