Asian Le Mans Series 2026/27 wechselt nach Europa – Winter Le Mans Series mit sechs Rennen bestätigt

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Die Asian Le Mans Series wird in der Saison 2026/27 erstmals in ihrer Geschichte komplett in Europa ausgetragen. Aufgrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und der damit verbundenen geopolitischen sowie logistischen Unsicherheiten haben der Automobile Club de l'Ouest (ACO), Le Mans Endurance Management (LMEM) und die SRO Motorsports Group entschieden, die Saison 2026/27 der Asian Le Mans Series unter dem Namen Winter Le Mans Series auf den europäischen Rennstrecken Paul Ricard, Jerez und Portimão auszutragen.

Damit verabschiedet sich die Serie vorerst von ihren traditionellen Veranstaltungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seit 2021 bildeten der Dubai Autodrome und der Yas Marina Circuit das Herzstück der Asian Le Mans Series. Für die kommende Saison war ursprünglich eine Rückkehr nach Südostasien mit Rennen in Sepang (Malaysia) und Buriram (Thailand) geplant. Aufgrund fehlender verfügbarer Termine, bereits bestehender Streckenbelegungen sowie deutlich gestiegener Logistikkosten mussten diese Pläne jedoch verworfen werden.

Hinzu kam die Herausforderung, Terminüberschneidungen mit den 24 Stunden von Daytona sowie den 12 Stunden von Bathurst zu vermeiden. Um Teams, Herstellern und Fahrern frühzeitig Planungssicherheit zu geben, fiel deshalb die Entscheidung für einen einmaligen Umzug nach Europa.

Die Saison beginnt vom 13. bis 15. November auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet (Frankreich), wo die ersten beiden vierstündigen Rennen ausgetragen werden. Nach der Winterpause reist die Meisterschaft vom 15. bis 17. Januar erstmals zum Circuito de Jerez im Süden Spaniens. Die traditionsreiche Strecke nahe Cádiz wird damit erstmals Austragungsort eines Rennens unter dem Reglement des ACO.

Den Saisonabschluss bildet das Rennwochenende vom 19. bis 21. Februar auf dem Autódromo Internacional do Algarve in Portimão (Portugal), wo erneut zwei Vierstundenrennen stattfinden. Alle drei Veranstaltungsorte feiern dabei ihre Premiere im Kalender der Asian Le Mans Series. Während Paul Ricard und Portimão bereits regelmäßig von der European Le Mans Series genutzt werden, betritt die Meisterschaft mit Jerez völliges Neuland.

Sportlich bringt die Saison ebenfalls bedeutende Neuerungen mit sich. Erstmals wird die Hypercar-Klasse Teil der Asian Le Mans Series sein. Damit erhalten Teams die Möglichkeit, die Topklasse des Langstreckensports auch im Winter einzusetzen.

Neu eingeführt wird außerdem der Asian Le Mans Cup, der sich an LMP3- und GT3-Teams richtet. Bei jedem Rennwochenende werden zusätzlich zwei zweistündige Rennen ausgetragen und erweitern damit das sportliche Programm erheblich.

Trotz des außergewöhnlichen Kalenders bleibt der wichtigste sportliche Anreiz bestehen. Die Meister der LMP2- und GT3-Klasse erhalten weiterhin eine automatische Einladung zu den 24 Stunden von Le Mans 2027.

ACO-Präsident Pierre Fillon sagte die Entscheidung wie folgt:

„2026 ist ein außergewöhnliches Jahr, in dem äußere Umstände, auf die wir keinen Einfluss haben, Entscheidungen im Interesse aller Beteiligten erforderlich gemacht haben. Nach sorgfältiger Prüfung aller Fakten und Gesprächen mit allen Partnern haben wir beschlossen, die Asian Le Mans Series für die Saison 2026/27 nach Europa zu verlegen. 

Die Winter Le Mans Series bietet Teams und Fahrern weiterhin die Möglichkeit, um einen der größten Preise im Langstreckensport zu kämpfen – den Titel der Asian Le Mans Series sowie die automatische Einladung zu den 24 Stunden von Le Mans 2027 für die LMP2- und GT3-Champions. Gleichzeitig erhalten die Fans erstmals die Gelegenheit, Hypercars in der Asian Le Mans Series zu erleben.

Le Mans ist mehr als nur ein Ort – es ist ein Geist. Diesen Geist werden wir in diesem Winter auf einigen der besten Rennstrecken Europas weiterleben lassen und freuen uns darauf, nach Asien zurückzukehren, sobald es die Situation zulässt.“

LMEM-Geschäftsführer Frédéric Lequien ergänzt:

„Auch wenn dies eine Abkehr von der traditionellen Identität der Meisterschaft darstellt, ist diese Entscheidung sorgfältig abgewogen und wurde im besten Interesse der Serie sowie ihrer Teilnehmer getroffen.

Unsere oberste Priorität ist es, den Teams eine stabile, wettbewerbsfähige und planbare Meisterschaft zu bieten. Mit diesem Kalender gewährleisten wir die Kontinuität der Serie und ermöglichen allen Beteiligten eine verlässliche Vorbereitung auf die Saison.“

SRO-Gründer Stéphane Ratel sagt:

„Der Umzug der Asian Le Mans Series nach Europa ist zwar nicht die ideale Lösung, angesichts der aktuellen Situation jedoch die sinnvollste. Mit Paul Ricard, Jerez und Portimão haben wir drei erstklassige Rennstrecken ausgewählt, die hervorragende Bedingungen für eine Wintermeisterschaft bieten.

Nachdem der Kalender nun feststeht, sind wir überzeugt, dass die Winter Le Mans Series erfolgreich sein wird. Gleichzeitig freuen wir uns bereits darauf, die Asian Le Mans Series in der Saison 2027/28 wieder nach Asien zurückzubringen.“

Nach aktuellem Stand soll die Asian Le Mans Series bereits in der Saison 2027/28 wieder zu ihrem gewohnten Kalender in Asien und dem Nahen Osten zurückkehren. Die Winter Le Mans Series bleibt somit eine einmalige Sonderlösung, um den Fortbestand der Meisterschaft trotz der außergewöhnlichen äußeren Umstände sicherzustellen. Alle Qualifyings und Rennen der Winter Le Mans Series (Asian Le Mans Series 2026/27) seht ihr live und mit deutschem Kommentar auf unserem YouTube-Kanal!