Dieses Wochenende startet die indische Formel-4-Meisterschaft in ihre vierte Saison. Die von Racing Promotions Private Limited (RPPL) organisierte Nachwuchsserie geht 2026 mit 14 Fahrern aus sechs verschiedenen Ländern an den Start. Der Saisonauftakt findet auf dem Kari Motor Speedway in Chettipalayam statt. Während im vergangenen Jahr mit Clara Stiebleichinger noch eine österreichische Fahrerin im Feld vertreten war, gibt es 2026 keinen deutschen oder österreichischen Fahrer im Starterfeld.
Bewährtes Rennformat
Am grundlegenden Ablauf eines Rennwochenendes ändert sich nicht viel außer das es ein Rennen weniger gibt. Jeweils zwei 20-minütige Trainings sowie zwei 15-minütige Qualifyings stehen auf dem Programm. Anschließend werden drei Rennen ausgetragen, die jeweils über 30 Minuten plus eine zusätzliche Runde gehen.
Das erste Qualifying bestimmt die Startaufstellung für Rennen 1. Für den zweiten Lauf wird das Ergebnis des ersten Rennens herangezogen, wobei die ersten sechs Fahrer in umgekehrter Reihenfolge starten. Der Sechstplatzierte aus Rennen 1 erhält somit die Poleposition für das Reverse-Grid-Rennen. Die Startaufstellung für Rennen 3 ergibt sich aus dem Ergebnis des zweiten Qualifyings.
Auch bei der Punktevergabe gibt es Unterschiede zwischen den Rennen. In Rennen 1 und Rennen 3 erhalten die ersten zehn Fahrer 25, 18, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2 und 1 Punkt. Das Reverse-Grid-Rennen wird niedriger gewertet. Dort bekommen lediglich die ersten acht Fahrer Punkte. Der Sieger erhält zehn Zähler, dahinter werden acht, sechs, fünf, vier, drei, zwei und ein Punkt vergeben. Zusätzliche Punkte für die Poleposition oder die schnellste Rennrunde gibt es nicht.
Teilnahmeberechtigt sind Fahrer ab einem Alter von 15 Jahren. Wer die Fahrerwertung der Meisterschaft bereits gewonnen hat, darf grundsätzlich nicht noch einmal antreten. Das komplette Regelwerk findet ihr hier.
Zwei bestätigte Stationen und ein noch offener Kalender
Die Saison 2026 umfasst sechs Rennwochenenden. Nach dem Auftakt vom 11. bis 13. September folgt bereits eine Woche später, vom 18. bis 20. September, die zweite Runde. Anschließend legt die Meisterschaft eine mehrwöchige Pause ein. Die weiteren Veranstaltungen sind für den 23. bis 25. Oktober, den 30. Oktober bis 1. November und den 27. bis 29. November angesetzt. Das Saisonfinale soll vom 4. bis 6. Dezember stattfinden.
Während der Auftakt und Runde 2 auf dem Kari Motor Speedway bestätigt sind, sind die Austragungsorte der weiteren Veranstaltungen noch nicht offiziell bestätigt und weiterhin mit TBA angegeben. Für das Rennwochenende vom 23. bis 25. Oktober wird der Madras International Circuit in Chennai nach aktuellen indischen Berichten als Austragungsort für Runde 3 genannt.
Den Abschluss der Saison soll nach Berichten der neue Navi Mumbai Street Circuit bilden. Der Stadtkurs war bereits für 2025 vorgesehen, konnte damals jedoch nicht rechtzeitig fertiggestellt werden. Ein ähnliches Schicksal ereilte den geplanten Straßenkurs in Goa. Dort fand schließlich im Februar 2026 das Finale der Indian Racing League mit den aus der indischen Formel 4 bekannten Fahrzeugen statt. Alle Veranstaltungen finden im Rahmen des Indian Racing Festivals statt.
14 Fahrer kämpfen um den Titel
Mehrere Teilnehmer sammelten vor dem Saisonstart Erfahrungen beim dritten F4 Indian Global Shootout. Den Gesamtsieg und damit ein finanziell gefördertes Renncockpit sicherte sich der 15-jährige Singapurer Aaron Mehta.
Chennai Turbo Riders
Der amtierende Teammeister tritt mit Sai Aditya (#9) und Anay Doshi (#98) an. Aditya wird in der finalen Starterliste für die USA geführt und kommt mit einem Simracing-Hintergrund in den Formelsport.
Doshi startet unter kenianischer Flagge und verfügt über mehrjährige Erfahrungen aus dem Kartsport. Dort traf er unter anderem bereits auf seinen Landsmann Shane Chandaria, der 2025 für die Chennai Turbo Riders den Fahrertitel gewann. Chandarias Leistungen verhalfen dem Rennstall außerdem zum Gewinn der Teamwertung.
Goa Aces JA Racing
Luviwe Sambudla (#11) bleibt Goa Aces JA Racing erhalten. Der inzwischen 17-jährige Südafrikaner sammelte seine bisherigen Erfahrungen im Automobilsport hauptsächlich in der Indian F4. In der 2025 Saison konnte er zwei Siege einfahren.
Neu an seiner Seite ist Aryan Narola (#20). Der 15-Jährige wird offiziell für die USA gemeldet, besitzt aber auch indische Wurzeln. Narola nahm ebenfalls am Global Shootout teil und tritt 2026 parallel in den USF Juniors an.
Ahmedabad Apex Racers
Ahmedabad Apex Racers ist beim Saisonauftakt nur mit Mathias Alexander Forland (#12) vertreten. Der 24-jährige Norweger steht vor seiner ersten vollständigen Saison im professionellen Motorsport.
Forland erhielt im Rahmen des Global Shootout ein Stipendium in Höhe von 30.000 Euro. Zuvor hatte er unter anderem bei der Winfield Racing School in Frankreich Erfahrungen in einem Rennwagen gesammelt. Die Niederländerin Roxanne Lantinga, die zunächst mit einem zweiten Cockpit bei Ahmedabad in Verbindung gebracht worden war, steht nicht auf der finalen Starterliste.
Hyderabad Blackbirds
Der 16-jährige Inder Bhuvan Bonu (#14) steigt aus dem nationalen MRF-Formelsport in die Indian F4 auf. Für ihn ist die Meisterschaft der nächste Schritt auf dem Weg durch die internationalen Nachwuchsklassen.
Sein Teamkollege Shravan Shanmugavel (#24) startet unter britischer Flagge. Shanmugavel kehrt nach einer längeren Pause in den Automobilsport zurück. Zuletzt absolvierte er 2022 eine Saison in der Ginetta Junior Championship. Da es sich bei den dort verwendeten Fahrzeugen nicht um Monoposti handelt, gibt Shanmugavel 2026 sein Formel-4-Debüt.
Kolkata Royal Tigers
Mit Aaron Mehta (#17) haben die Kolkata Royal Tigers den Gewinner des diesjährigen Global Shootout verpflichtet. Der 15-jährige Singapurer bringt umfangreiche Erfahrungen aus verschiedenen internationalen Kartserien mit. Sein Teamkollege ist der ebenfalls 15-jährige Inder Swarnav Das (#67). Das sammelte bereits Erfahrungen in leistungsstärkeren nationalen Rennfahrzeugen und tritt unter anderem in der MRF Formula 2000 an.
GodSpeed Kochi
GodSpeed Kochi geht beim Saisonauftakt mit nur einem Fahrzeug an den Start. Gemeldet ist der Südafrikaner Mahlori Mothlabani (#23). Bei der Schreibweise seines Namens gibt es zwischen den offiziellen Dokumenten Unterschiede. Mothlabani fuhr 2025 für Goa Aces JA Racing und beendete die Meisterschaft auf Rang 14. Sein bestes Saisonergebnis war ein sechster Platz.
Speed Demons Delhi
Ntiyiso Mabunda (#77) bestreitet seine zweite Saison in der Indian F4. Der Südafrikaner wurde 2025 Achter der Gesamtwertung und geht nun erneut für Speed Demons Delhi an den Start.
An seiner Seite fährt der Inder Krishay Gutte (#33). Gutte kommt aus dem Umfeld der AKCEL-GP-Academy und startet parallel in der MRF Formula 2000.
Kichcha’s Kings Bengaluru
Enzo Rujugiro (#36) kehrt nach seinen ersten Einsätzen in der Indian F4 im vergangenen Jahr zurück. Der 16-Jährige besitzt die südafrikanische und die kanadische Staatsbürgerschaft, wird in der finalen Starterliste aber für Südafrika geführt. Parallel startet er für Fox Motorsport in der britischen GB4 Championship.
Das zweite Fahrzeug übernimmt Aris Kyriakou (#53). Der Australier absolvierte 2025 bereits die letzten beiden Veranstaltungen der Indian F4 für Godspeed Kochi. Dabei erreichte er als bestes Ergebnis einmal den siebten Platz.
Die Finale Fahrerliste für Runde 1 findet ihr hier.
Saisonauftakt bereits heute
Nach einen privaten Testtag am Freitag ist die neue Saison bereits in vollem Gange. Heute stehen zunächst die beiden freien Trainings auf dem Programm, bevor anschließend die beiden Qualifyings folgen. Um 12:20 Uhr startet anschließend das erste Rennen der Saison. Am Sonntag folgen Rennen 2 und 3 um 07:45 Uhr beziehungsweise 11:45 Uhr. Alle drei Rennen des Saisonauftakts seht ihr live mit englischem Kommentar auf unserer Website!