Auf dem Misano World Circuit konnte sich Felix Neuhofer in einem turbulenten Finale in der Gruppe GT3 Cup gegen Jack Sherwood durchsetzen, während der letzte Rennsieg an Gregor Burkard ging. In der Gruppe GT4 Clubsport hat David Dias seine Tabellenführung mit dem Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport gegen Kevin Lattion verteidigt. Bei den 911 GT3 R der aktuellen Generation 992 heißt der Champion Patrick Dinkeldein. Der Deutsche krönte seinen Titelgewinn auf dem 4,226 Kilometer langen Kurs nahe Rimini durch einen Gesamtsieg in der Gruppe Open GT. Mit zwei ersten Plätzen in der Klasse 21 für den 911 GT3 Cup mit Traktionskontrolle und Renn-ABS hat sich Levin Gelf in letzter Sekunde zum Champion gekürt. Im Feld der klassischen Rennwagen durfte sich Stefan Roitmayer über zwei Laufsiege mit dem 911 Cup der Generation 993 freuen, den Titel sicherte sich Sebastian Glaser. Mit den Cup-Fahrzeugen der Generation 964 teilten sich Philippe Menotti und Enzo Calderari die Rennerfolge, als Champion dieser Klasse liess sich Florian Schmidhuber trotz eines Ausfalls feiern.
Holger Gerrmann, CEO der Porsche Schweiz AG, betonte in Misano
„Motorsport wird immer der Kern von Porsche sein. Kundensport, wie ihn die Porsche Sports Cups ermöglichen, bildet das Fundament unserer Motorsport-Pyramide. Unsere Markenpokal-Rennserien garantieren Vergleichbarkeit auf höchstem Niveau und sportlichen Wettbewerb in einem professionell gemanagten Umfeld. Wie sehr dieses Konzept begeistert, hat der Porsche Sports Cup Suisse in einer großartigen Saison erneut unter Beweis gestellt. Auf einigen der schönsten Rennstrecken Europas kamen bei jedem Lauf rund 30 nationale und internationale Teams zusammen und beeindruckten durch ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl“
Damit lag Neuhofer vor dem finalen Lauf acht Punkte vorn, doch er erlebte einen Start zum Vergessen: Noch in der ersten Runde kam es zu einem Kontakt mit Sherwood. Der Brite war mit neuen Michelin-Reifen von Platz fünf gestartet. Neuhofer musste das vordere rechte Rad wechseln lassen und fiel ans Ende des Teilnehmerfelds zurück. Weil er die Kollision verursacht hatte, musste Sherwood in Runde zehn eine Boxendurchfahrt-Strafe antreten. Der 20-Jährige kehrte als Neunter vor seinem Titelrivalen zurück auf die Strecke, im Ziel teilten sie sich die Plätze acht und neun. Damit stand Neuhofer als neuer Champion des GT3 Cup fest. Der Laufsieg ging an den Meisterschaftsdritten Burkard vor Peter Hegglin, Christian Caramuscia und Ilario Introna.
Porsche Sprint Challenge Suisse: GT4 Clubsport
Für Kevin Lattion hat es in der Gruppe der 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport nicht mehr zum Titelgewinn gereicht. Nach dem Sieg im ersten Misano-Rennen inklusive Pole-Position und schnellster Runde konnte er bis auf 14 Punkte zu seinem Kontrahenten David Dias aufschließen. Der zeigte zu Beginn des zweiten Laufs jedoch Zähne und ging vom zweiten Startplatz aus in Führung. In der zehnten von 16 Runden kam es zu einer Kollision, die für Lattion das Aus bedeutete. Dias fiel auf den dritten Rang zurück, stand damit aber als Champion in der Klasse 10 fest. Den zweiten Durchgang gewann Pierre Hirschi, der schon das erste Rennen bis zum Ausfall angeführt hatte, vor Eric Chatelain. Beide waren mit frischen Michelin-Reifen ins Finale gestartet.
Porsche Sprint Challenge Suisse: Open GT
Auch auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli machten die Porsche 911 GT3 R die Gesamtsiege in der Gruppe Open GT unter sich aus. Im ersten Rennen setzte sich Roderick Christie mit dem bis zu 565 PS starken GT3-Rennwagen der aktuellen Generation 992 gegen Jörg Dreisow und Patrick Dinkeldein durch. Im zweiten Lauf behauptete sich Dinkeldein um 0,182 Sekunden gegen Christie und stand als neuer Champion der Klasse 24 fest. Stephan Heim, mit dem etwas leistungsschwächeren Vorgängermodell am Start, freute sich über einen vierten und einen dritten Rang.
25 Punkte betrug der Rückstand von Levin Gelf vor dem letzten Rennwochenende der aktuellen Saison des Porsche Sports Cup Suisse auf Nico Gründel, den Tabellenführer in der Klasse 21 der Gruppe Open GT. Sie ist für 911 GT3 Cup-Fahrzeuge mit ABS und Traktionskontrolle reserviert und war mit 26 Teilnehmern besonders stark besetzt. Für Gelf kein Grund, die Hoffnung sinken zu lassen. Im Qualifying sicherte er sich für beide noch ausstehenden Rennen mit dem 510 PS starken Cup-Porsche der 911-Generation 992.1 jeweils die Pole-Position und fuhr im ersten Lauf prompt einen souveränen Start-Ziel-Sieg ein. Platz zwei ging an Sebastian Schmitt, der zunächst etwas zurückgefallen war, sich dann aber doch gegen Marcus Graichen und Alessandro Cenedese durchsetzen konnte. Gründel kam hinter dem Schweden Kjell Lejonkrans als Sechster ins Ziel.
Das zweite Rennen begann mit einer Überraschung. Wie aus dem Nichts war Loic Villiger von Startplatz zehn aus in der Spitzengruppe aufgetaucht. In der vierten Runde setzte sich der Schweizer an die Spitze und mischte sogar im Feld der schnelleren 911 GT3 R mit. Auch die Ziellinie sah Villiger als Erster der Klasse 21, wurde aber nicht als Sieger gewertet: Da er hinter dem Safety-Car überholt hatte, warfen ihn 30 Strafsekunden auf den zwölften Rang zurück. Damit ging Platz eins erneut an Levin Gelf, der sich gegen Alessandro Cenedese und Schorsch Wörle behauptet hatte. Wörle erhielt jedoch fünf Track-Limit-Strafsekunden, dadurch rückten Marcus Graichen und Harald Huber auf Rang drei und vier auf. Nico Gründel verbesserte sich in der letzten Runde noch auf die fünfte Position, für den Titelgewinn reichte dies aber nicht mehr – den durfte Gelf dank starker Aufholjagd feiern. In der Klasse 40 für den Porsche 911 GT3 Cup der Generation 991 setzte sich jeweils Wolfgang Triller durch.
Porsche Sports Cup Suisse: Classic
Auch beim Saisonfinale bereicherten wieder historische Markenpokal-Fahrzeuge das Programm des Porsche Sports Cup Suisse mit zwei Sprintrennen zusammen mit der GT4-Klasse.
Für Stefan Roitmayer lief es bei den luftgekühlten Cup-Porsche älterer Baujahre nach Plan: In Misano sicherte sich der Deutsche mit seinem 911 Cup der Generation 993 den Sieg in beiden Rennen. Im ersten Lauf betrug sein Vorsprung auf Judd Schreiber, den Zweitplatzierten, sogar eine ganze Runde. Sebastian Glaser, sein ärgster Konkurrent, musste im siebten Umlauf aufgeben. Kuriosum am Rande: In 1:48,093 Minuten teilten sich Roitmayer und Glaser bis auf die Tausendstelsekunde zeitgleich die schnellste Rennrunde. Platz drei ging an Kurt Ecke, der kurz vor dem Ziel noch Fabian Frohne abgefangen hatte. Den zweiten Lauf beendete Roitmayer mit 15,550 Sekunden Vorsprung auf Glaser, dem diese Platzierung aber zum Titel in der Klasse 32 genügte. Auf Rang drei lief Frohne ein und revanchierte sich damit bei Ecke, der dieses Mal Vierter wurde.
Spannend ging es auch bei den Cup-Rennwagen der 911-Generation 964 zu. Hier setzte sich Philippe Menotti im ersten Lauf um 0,5 Sekunden gegen Enzo Calderari durch. Die Motorsport-Legende konnte ihrerseits mit der schnellsten Rennrunde aufzeigen, dass mit ihr weiterhin zu rechnen ist. Calderari gewann anschließend den zweiten Lauf, während Menotti auf einen Start verzichtete. Eng ging es auch im Kampf um den Titel in dieser Klasse zu. Florian Schmidhuber war als Tabellenführer nach Misano gereist, musste im zweiten Durchgang aber eine Nullrunde verkraften – während sein Herausforderer Maximilian von der Leyen auf Platz zwei fuhr. Am Ende behielt Schmidhuber die Nase um zwei Punkte vorn. In der offenen Klasse 39 für modifizierte Cup-Fahrzeuge mit luftgekühlten Boxermotoren teilten sich die beiden Italiener Mauro Casadei und Ivan Reggiani nicht nur den verbesserten 911 Cup der Generation 964, sondern auch die Laufsiege.
Porsche Sports Cup Suisse: Zweistunden-Nachtrennen
Nach der Pflicht folgt beim Saisonfinale in Misano traditionell die Kür: das zweistündige Nachtrennen, in dem sich mehrere Fahrer ein Cockpit teilen dürfen und in dem oftmals gestandene Profis als Verstärkung antreten. Es zählt zu keiner Wertung. Bei den Porsche 911 GT3 R konnten sich Jörg Dreisow/Manuel Lauck gegen Roderick Christie/Matteo Malucelli und Stephan Heim/Stephan Joos durchsetzen. Bei den traktionskontrollierten 911 GT3 Cup-Rennwagen mit ABS hießen die Sieger Kjell Lejonkrans/Emil Persson. Sie kamen vor Harald Huber und dem früheren Porsche-Junior Klaus Bachler sowie Loic und Frank Villiger ins Ziel. Bei den 911 GT3 Cup ohne ABS gewannen Gregor Burkard/Marcel Fässler gegen Peter Hegglin/Christopher Zöchling. Wolfgang Triller entschied als Solofahrer die Klasse 40 für den 911 GT3 Cup der Generation 991 für sich. Als bester 718 Cayman GT4 RS Clubsport wurde der Mittelmotor-Porsche von Pascal Delafontaine/Bruno Widmer/Richard Feller gewertet.
Saisonstart 2027 in Frankreich
Richard Feller, Präsident des Porsche Motorsport Club Suisse, sagte:
„Das Finale in Misano war einmal mehr der gelungene Abschluss einer kurzweiligen Saison, die uns mit hochwertigem Motorsport in einer familiären Atmosphäre bestens unterhalten hat. Meine Glückwünsche gehen an alle Teilnehmer, Sieger und Titelgewinner.“
Damit geht die Saison 2026 des Porsche Sports Cup Suisse und der Porsche Sprint Challenge Suisse (PSCS) zu Ende. Nach sechs spannenden Rennwochenenden ist die elfte Saison der Meisterschaft abgeschlossen. Den kompletten Meisterschaftsstand nachdem Saisonfinale findet ihr hier.
Doch lange dauert die Winterpause nicht. Wie bereits während der Live-Übertragung angekündigt wurde, startet die Saison 2027 vom 22. bis 24. April auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet in Südfrankreich. Damit kehrt die Strecke erstmals seit 2024 wieder in den Rennkalender zurück. In den vergangenen Jahren fanden dort bereits die Pre-Qualifyings und Testtage statt. Auch im Mai 2027 sind Testtage auf der französischen Rennstrecke geplant, die den Teams zusätzliche Vorbereitungsmöglichkeiten bieten. Außerdem wird die Serie 2027 erstmals auf dem Nürburgring gastieren.
MTD bedankt sich beim Porsche-Schweiz-Team für das Vertrauen und die Möglichkeit, die Meisterschaft auf Deutsch zu übertragen. Ein großes Dankeschön geht außerdem an unsere Kommentatoren Niklas Funkhauser und Ben Wichterich-Setz sowie an Alpha Live für die Zusammenarbeit. Natürlich bedanken wir uns auch bei allen Teams, Fahrern und Zuschauern, die unsere Übertragungen der Porsche Sprint Challenge Suisse in dieser Saison verfolgt haben. Alle Rennwochenenden der Saison 2026 könnt ihr euch jederzeit auf unserem YouTube-Kanal erneut ansehen. Wir freuen uns darauf, euch auch 2027 wieder begrüßen zu dürfen!
Quelle & Copyright des Artikels: Porsche Schweiz