Der große Gewinner des fünften Saison-Wochenendes der Porsche Sprint Challenge Suisse heißt Felix Neuhofer. Der Österreicher sicherte sich auf dem Autodromo Internazionale del Mugello unweit der Toskana-Metropole Florenz in beiden Rennen der Gruppe GT3 Cup die Maximalpunktzahl. Damit rückte Neuhofer auch in der Fahrerwertung nach zehn von zwölf Läufen an die Spitze vor. In der Gruppe GT4 Clubsport fuhr Kevin Lattion zwei weitere Siege ein. In der Gruppe Open GT holten sich Patrick Dinkeldein und Stephan Heim die ersten Plätze in der Gesamtwertung.
In der umkämpften Klasse 21 für den 911 GT3 Cup mit ABS und Traktionskontrolle ließ sich zunächst Marcus Graichen feiern, im zweiten Lauf stand Levin Gelf auf dem obersten Treppchen. Nico Gründel verteidigte mit zwei dritten Plätzen seine Tabellenführung. Bei den historischen Cup-Rennwagen wechselten sich die Gewinner ab: Sebastian Glaser und Simon Willner teilten sich die Siege bei den Porsche der 911-Generation 993, während bei der Modellgeneration 964 zunächst Enzo Calderari vorne lag. Im zweiten Lauf trat das eidgenössische Rennsport-Urgestein nicht an und überließ so Florian Schmidhuber das Feld.
Im zweiten Rennen hieß Burkards Herausforderer Ilario Introna. Der Italiener startete als Siebter, weil er nach seinem Ausfall im ersten Lauf mit einem Satz frischer Michelin Reifen in die Aufstellung rollte. Burkard wurde auf die fünfte Position zurückgestuft, da er ebenfalls zu sogenannten Joker-Pneus greifen musste. Auch dank des hieraus resultierenden Traktionsvorteils konnte er sich noch in der ersten Runde auf den zweiten Rang hinter Neuhofer katapultieren. Introna tauchte im fünften Umlauf auf Platz drei auf. Am Ende trennten ihn 0,690 Sekunden von Burkard. „Gioga“ wurde Vierter vor Andreas Marti und Caramuscia.
Porsche Sprint Challenge Suisse: GT4 Clubsport
Mit seinem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport hatte Kevin Lattion auf dem italienischen Grand-Prix-Kurs erneut leichtes Spiel: Er setzte sich in beiden Rennen souverän gegen David Dias durch. Lattion startete dabei zweimal von der Pole-Position und fuhr jeweils die schnellste Rennrunde. Die Tabellenführung in der Klasse 10 behauptet aber weiterhin Dias, der in dieser Saison an allen bisherigen Wochenenden der Porsche Sprint Challenge Suisse teilgenommen hat.
Porsche Sprint Challenge Suisse: Open GT
Die Gesamtsiege in der Open GT-Wertung teilten sich in Mugello die Fahrer der beiden 911 GT3 R im Feld. Schon im ersten Rennen ließ Stephan Heim mit seinem bis zu 550 PS starken Porsche der Generation 991.2 aufhorchen, als er die Pole-Position an sich riss. Im Rennen musste der Schweizer in der achten von 18 Runden Patrick Dinkeldein mit dem bis zu 565 PS leistenden Nachfolgemodell den Vortritt lassen. Im zweiten Lauf ließ Heim nichts anbrennen und fuhr von der Pole ungefährdet als Erster über den Zielstrich. Dinkeldein durfte sich als Gesamtfünfter über den Sieg und die Tabellenführung in seiner Klasse freuen.
Mit 25 Startern war die Klasse 21 wieder besonders stark besetzt. Hier treten die 911 GT3 Cup-Fahrzeuge mit ABS und Traktionskontrolle an. Gleich im ersten Rennen ging es mit mehreren Führungswechseln hoch her. Am Ende hatte Marcus Graichen das bessere Ende für sich: Nach einer tollen Aufholjagd vom achten Startplatz setzte er sich in Runde 13 an die Spitze. Rang zwei, 1,650 Sekunden dahinter, ging an Levin Gelf. Der Deutsche war von der Pole ins Rennen gestartet und lag bis zum neunten Umlauf vorn. Dann musste er neben Graichen auch Sebastian Schmitt passieren lassen. Schmitt übernahm sogar die Führung, fiel in der 13. Runde aber zurück. Das Ziel erreichte er auf dem 19. Platz. Rang drei sicherte sich Nico Gründel vor Alessandro Cenedese und Eric Santos, der von Position zwölf losgefahren war.
Für sein verpasstes Topergebnis revanchierte sich Schmitt im zweiten Rennen der Open GT: Vom vierten Startplatz seiner Klasse rückte er schnell auf den dritten Rang vor, um in der 13. und letzten Runde noch Gründel von der zweiten Position zu verdrängen. Der Klassensieg ging an seinen Landsmann Gelf, der das Qualifying für sich entschieden hatte und die Führung bis ins Ziel behaupten konnte. Über Platz vier freute sich Cenedese, der einen Vorsprung von 0,465 Sekunden gegen Thomas Winkler verteidigen konnte. Dahinter folgten Stefan Kracht – der sich gleich in den ersten beiden Runden von Platz 17 aus weit nach vorne katapultiert hatte – und Eric Santos, dem auf den letzten Metern noch der Sprung vom neunten auf den siebten Platz gelungen war. Marcus Graichen, als Sechster gestartet, musste seinen Rennwagen bereits nach der ersten Runde abstellen. Damit liegt Gründel in der Fahrerwertung der Klasse 21 auch weiterhin an der Spitze. In der Klasse 40, reserviert für den Porsche 911 GT3 Cup der Generation 991, setzte sich jeweils Wolfgang Triller durch.
Porsche Sports Cup Suisse: Classic
Auch in Mugello bereicherten wieder historische Markenpokal-Fahrzeuge das Programm des Porsche Sports Cup Suisse mit zwei Sprintrennen zusammen mit der GT4-Klasse. Bei den älteren Cup-Rennwagen der 911-Generation 964 hatte Enzo Calderari im ersten Lauf die Nase vorn.
Die eidgenössische Motorsport-Legende konnte Florian Schmidhuber in der ersten Runde die Führung abjagen und sie bis ins Ziel auf fast zehn Sekunden ausbauen. Schmidhuber war von der Pole-Position der Klasse gestartet und wurde Zweiter vor Charles von Faber-Castell. Im zweiten Rennen sicherte er sich den Sieg, während Calderari auf den Start verzichtete.
Bei den Cup-Porsche der 911-Generation 993 sah Schorsch Wörle bereits wie der sichere Sieger des ersten Laufs aus. Von der Pole-Position gestartet, führte er die sechs Fahrzeuge umfassende Klasse bis zur 14. von 18 Runden an. Dann jedoch musste er seinen Youngtimer vorzeitig abstellen und sich mit Platz fünf begnügen.
So ging der Sieg an Sebastian Glaser. Er lag im Ziel 1,016 Sekunden vor Simon Willner. Mit deutlichem Abstand folgten Judd Schreiber und Fabian Frohne. Das zweite Rennen sicherte sich Willner, der sich um 7,857 Sekunden von Glaser absetzen konnte. Rang drei und vier nahmen erneut Schreiber und Frohne ein. In der offenen Klasse 39 für modifizierte Cup-Fahrzeuge mit luftgekühlten Boxermotoren kletterte jeweils Ivan Reggiani auf die oberste Stufe des Podests.
PSCS-Saison biegt in Misano auf die Zielgerade ein
"Auch in Mugello haben die einzelnen Klassen und Gruppen wieder tollen Sport mit aktuellen und historischen Rennwagen in einem professionellen und familiären Umfeld erlebt. Genau dies ist das Markenzeichen des Porsche Sports Cup Suisse."unterstreicht Richard Feller, Präsident des Porsche Motorsport Club Suisse. Den kompletten Meisterschafsstand nach dem Rennwochenende in Mugello findet ihr hier.
Das sechste und letzte Rennwochenende der 2026 Saison trägt die Porsche Sprint Challenge Suisse vom 22. bis 24. Oktober auf dem World Circuit Marco Simoncelli im italienischen Misano aus. Dort steht neben einem Doppelsprint auch wieder das zweistündiges Nachtrennen auf dem Programm. Der komplette lange Samstag mit über 11 Stunden Programm läuft natürlich live und mit deutschem Kommentar von Niklas Funkhauser auf unserem YouTube-Kanal! Beim 2H-Nachtrennen ist außerdem auch Ben Wichterich am Mikrofon dabei!
Quelle & Copyright des Artikels: Porsche Schweiz