Die Geschichte der Radical World Finals von Las Vegas bis Barcelona

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Die Radical World Finals bilden traditionell den Saisonabschluss der Radical Cups und bringen die besten Fahrer der weltweiten Radical-Rennserien an einem gemeinsamen Wochenende zusammen. Dabei geht es nicht nur um den Sieg bei einem einzelnen Rennen, sondern um die Krönung der Radical World Champions in den verschiedenen Klassen. 2026 findet die mittlerweile fünfte Ausgabe des Events in Barcelona statt.

Seit der ersten Austragung im Jahr 2022 hat sich das Event zu einem besonderen Höhepunkt im Radical-Kalender entwickelt. Neben dem sportlichen Wettbewerb stehen dabei auch die Atmosphäre im Fahrerlager und die Gemeinschaft der Radical-Fahrer aus aller Welt im Mittelpunkt. Die World Finals wurden bereits auf verschiedenen Kontinenten ausgetragen und führten das Feld von Las Vegas über Portugal und Abu Dhabi bis zurück in die USA.

Las Vegas – 2022

Die erste Ausgabe der Radical World Finals fand 2022 anlässlich des 25-jährigen Bestehens von Radical statt. Austragungsort war der Spring Mountain Motor Resort and Country Club in Nevada, dessen 6,1 Meilen beziehungsweise rund 9,82 Kilometer lange Strecke den Mittelpunkt eines fünftägigen Events bildete. Die Veranstaltungen und gesellschaftlichen Aktivitäten fanden dabei unter anderem im nahegelegenen Las Vegas statt. Nach mehreren Heat-Rennen gingen Daryl DeLeon, Gregg Gorski und Michal Stephens in den Klassen Platinum, Pro 1500 und Pro 1340 von der Pole Position in das entscheidende World-Final-Rennen.

Das Wetter zeigte sich am Renntag deutlich schwieriger als an den vorherigen Tagen. Starke Windböen von bis zu 40 Meilen pro Stunde sorgten dafür, dass bereits in den ersten Runden mehrere Fahrer von der Strecke abkamen. Zwei Safety-Car-Phasen unterbrachen das Rennen, ehe es in den letzten beiden Runden zu einem Sprint um die Weltmeistertitel kam.

In der Platinum Class setzte sich der amtierende Radical-UK-Champion Daryl DeLeon durch. Der erwartete Zweikampf mit Indy Al Miller blieb aus, nachdem Miller sich zwischenzeitlich gedreht hatte. Dennoch kämpfte er sich zurück und belegte Rang zwei. Dritter wurde der ehemalige ALMS-Champion Jon Field. In der Pro 1500 dominierte Toby Sowery das Rennen. Der ehemalige Indy-Lights-Fahrer und Sieger des Portland Grand Prix 2019 gewann vor Danny Dyszelski und Gregg Gorski.

Den Titel in der Pro 1340 sicherte sich Lokalmatador Patrick Liddy, der sich in der Schlussphase mit einem entscheidenden Überholmanöver gegen Pole-Sitter Michal Stephens durchsetzte.

Portimão – 2023

Für die zweite Ausgabe wechselten die Radical World Finals 2023 über den Atlantik nach Europa. Austragungsort war der spektakuläre Circuito Internacional do Algarve in Portimão in Portugal im Rahmen des Saisonfinales der ELMS. Während die Testfahrten bei sonnigem Wetter stattfanden, zog am Renntag eine große Sturmfront über die Algarve. Das entscheidende World-Final-Rennen wurde deshalb bei feuchten Bedingungen gestartet.

In der Platinum Class entwickelte sich ein ereignisreiches Rennen. Mehrere Favoriten gerieten in Zwischenfälle, während Indy Al Miller seine starke Geschwindigkeit erneut unter Beweis stellte und ein fehlerfreies Rennen fuhr. Hinter ihm kam Jon Field ins Ziel, wurde jedoch nachträglich wegen eines Verstoßes gegen die Track Limits bestraft.

Dadurch rückten Filip Svensson und Gregg Gorski auf die weiteren Podestplätze vor. Miller sicherte sich damit den Platinum-Weltmeistertitel. In der Pro 1500 war Haydn Chance nicht zu schlagen. Er gewann den Titel vor Ben Caisley und Luke Hilton. Der Weltmeister der Pro 1340 hieß Matt Graham. Der Kanadier sicherte sich den Titel in Portugal.

Yas Marina – 2024

2024 zog es die Radical World Finals erstmals in den Nahen Osten. Schauplatz war das Yas Marina Circuit in Abu Dhabi, bekannt als Austragungsort des Formel-1-Grand-Prix. Das Event wurde gemeinsam mit dem lokalen Radical-Vertriebspartner GulfSport Racing veranstaltet. Neben umfangreicher Fahrzeit auf der Strecke gehörten auch zahlreiche Veranstaltungen im direkt am Circuit gelegenen W Hotel zum Programm.

Die Weltmeister wurden nach drei Heat-Rennen im entscheidenden Rennen am Sonntag ermittelt. Die Startaufstellung des Finales wurde anhand der zuvor gesammelten Punkte festgelegt. Alim Geshev startete neben dem mexikanischen Topfahrer Ian Aguilera, während Oscar Joyce und Gregg Gorski aus der zweiten Reihe ins Rennen gingen. Bereits nach der ersten Kurve kam es zu einem großen Unfall im Mittelfeld, bei dem mehrere Fahrzeuge beteiligt waren. Das Rennen musste daraufhin mit der roten Flagge unterbrochen werden.

Beim Restart erwischte Geshev erneut einen starken Start. Im weiteren Rennverlauf lieferten sich die Fahrer enge Zweikämpfe. Mehrere Piloten gerieten dabei über die Streckenbegrenzungen hinaus und wurden von den hochentwickelten Track-Limits-Systemen des Formel-1-Kurses erfasst.

Geshev behauptete sich an der Spitze und sicherte sich den Platinum-Weltmeistertitel vor Oscar Joyce und Gregg Gorski. Ian Aguilera gewann die Pro 1500 vor dem nordamerikanischen Champion Jordan Missig. In der Pro 1340 setzte sich Robert Burgess von Radical Canada East durch. John Hughes wurde Zweiter, während Eric „Sonny“ Andrews von Radical Canada West Rang drei belegte.

Virginia – 2025

2025 kehrten die Radical World Finals wieder in die USA zurück. Die vierte Ausgabe fand auf dem Virginia International Raceway statt, dessen rund 5,26 Kilometer lange Strecke im Herbst eine besondere Kulisse für den Saisonabschluss bot. Über vier Klassen hinweg gab es bereits in den Heat-Rennen zahlreiche enge Zweikämpfe und unterschiedliche Sieger. Das Event unterstrich damit einmal mehr die Bedeutung des VIR als eine der bedeutendsten Rennstrecken Nordamerikas für Prototypen-Rennsport. Das entscheidende Rennen wurde über 40 Minuten ausgetragen und kürte die vier Weltmeister.

In der Gesamtwertung sorgte Steve Jenks von Group-A Racing für eine bemerkenswerte Aufholjagd. Nachdem er in der Anfangsphase mehrfach neben der Strecke auf dem Gras gelandet war, kämpfte er sich zurück und sicherte sich schließlich den Gesamtsieg.

Louis Schriber kam nur 2,485 Sekunden hinter Jenks ins Ziel und belegte Rang zwei. Gregg Gorski komplettierte das Gesamtpodium. In der Pro 1340 setzte sich Jace Bacon mit einer kontrollierten Fahrt durch und gewann seine Klasse. Der Titel in der Pro 1500 ging an Raiden Nicol, der damit eine herausragende Saison krönte. In der Gold 1500, die Fahrern ab einem Alter von 30 Jahren vorbehalten ist, sicherte sich Chris Huhn den Sieg.

Barcelona – 2026

2026 geht die Geschichte der Radical World Finals in Spanien weiter. Die mittlerweile fünfte Ausgabe findet an diesem Wochenende auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya im Rahmen der Michelin 24H Barcelona statt.

Für das World Final haben sich 22 Fahrer eingeschrieben – und das Teilnehmerfeld verspricht einen echten Kampf der Besten. Mit dabei sind mehrere Fahrer, die in ihren jeweiligen Radical Cups bereits in dieser Saison für Schlagzeilen gesorgt haben.

Jonas Axboe gewann erst vor zwei Wochen die Radical Cup North America auf dem COTA und reist damit mit ordentlich Rückenwind nach Barcelona zum World Finals. In der Radical Cup UK liefern sich Gordie Mutch und Cian Geraghty derzeit einen engen Kampf um den Meistertitel. Die Entscheidung fällt allerdings erst am Wochenende nach dem World Final. Aus europäischer Sicht richtet sich der Blick besonders auf Marcus Littlewood, der als Favorit aus der Radical Cup Europe ins World Final geht. 

Damit stellt sich die große Frage: Wer wird Radical World Champion 2026?

Die Entscheidung fällt am Samstag im 30-minütigen Radical World Final. Das Rennen seht ihr live mit Niklas Funkhauser auf unserem YouTube-Kanal! Bereits am Freitag steht außerdem das Saisonfinale der Radical Cup Europe auf dem Programm. Damit bekommt das Radical-Wochenende in Barcelona für die europäischen Fahrer eine zusätzliche Bedeutung, bevor am Samstag der Weltmeister entschieden wird.