Marco Butti hat sich erstmals zum Champion der TCR Europe gekrönt. Beim Saisonfinale in Barcelona reichte dem Italiener der sechste Platz, um sich den Titel der Saison 2026 zu sichern. Während seine beiden verbliebenen Titelrivalen Mike Halder und Viktor Andersson einen schwierigen Sonntag erlebten, feierte Junesung Park seinen zweiten Karrieresieg in der TCR Europe. Ruben Volt und Nicolas Taylor komplettierten das Podium.
Nicolas Taylor startete im Audi von PMA Motorsport von der Poleposition. Grundlage dafür war die umgekehrte Startaufstellung der Top 10 aus dem zweiten Qualifying-Abschnitt. Der Brite behauptete zunächst die Führung. Marco Butti, der von Position drei ins Rennen gegangen war, zog in der ersten Kurve außen an Junui Park vorbei und übernahm kurzzeitig den zweiten Platz. Nachdem der Italiener jedoch weit gegangen war, fiel er wieder hinter Park zurück und hatte zudem leichten Kontakt mit dem Honda von Ruben Volt. In der Folge verlor Butti weitere Positionen und fand sich zwischenzeitlich auf Rang sechs hinter seinem Monlau-Teamkollegen Adam Shepherd wieder. Auch Mike Halder erwischte keinen guten Start und fiel vom neunten auf den 13. Platz zurück.
Anschließend tauschten die beiden Hyundai-Piloten Junesung und Junui Park die Positionen. Junui Park, der mit 40 Kilogramm Zusatzgewicht unterwegs war, ließ seinen schnelleren Teamkollegen passieren. Junesung Park schloss daraufhin rasch zu Spitzenreiter Taylor auf und übernahm in Kurve sieben die Führung. Junui Park folgte ihm wenig später, ehe Ruben Volt die Gelegenheit nutzte und sich noch in derselben Runde an Junui Park vorbei auf den zweiten Platz schob.
In der dritten Runde folgte eine entscheidende Wendung im Meisterschaftskampf. Mike Halder, der als Buttis engster Titelrivale ins Finale gegangen war, drehte sich im Duell mit Alex Ley im Hyundai des BRC Racing Teams von der Strecke und fiel bis ans Ende des Feldes zurück. Ley erhielt für die Kollision eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe. Damit schwanden Halders Chancen auf den Titel erheblich, auch wenn er das Rennen fortsetzen konnte.
Auch Viktor Andersson konnte nicht mehr in den Titelkampf eingreifen. Der Schwede musste seinen CUPRA aufgrund eines Motorproblems vorzeitig abstellen. Damit schwanden auch seine Chancen auf den Titel. Neben Butti hatten nun vor allem Ruben Volt und Nicolas Taylor noch rechnerische Möglichkeiten auf die Meisterschaft. Dafür hätten sie jedoch gewinnen müssen, während Butti deutlich weiter hinten hätte ins Ziel kommen müssen.
An der Spitze baute Junesung Park seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Als Nicola Baldan seinen Audi in der siebten Runde in Kurve neun abstellen musste, kam das Safety-Car auf die Strecke. Dadurch wurde Parks zwischenzeitlicher Vorsprung von mehr als sechs Sekunden auf Ruben Volt neutralisiert. Beim Restart zu Beginn der elften Runde versuchte Taylor, sich im Kampf um die Podiumsplätze nach vorne zu arbeiten. Seine Angriffe auf Junui Park und Adam Shepherd blieben zunächst erfolglos. Nachdem er weit nach außen getragen worden war, verlor er wieder Positionen. Wenig später kämpfte sich Taylor jedoch zurück auf Rang drei, als er Junui Park in Kurve eins überholte.
In derselben Runde kam es in Kurve zwölf zur Kollision zwischen Tiago Pernía und Adam Shepherd. Pernía schoss Shepherd von der Strecke, woraufhin beide Fahrzeuge im Kiesbett stecken blieben und das Rennen aufgeben mussten. Für die Kollision erhielt Pernía eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, die aufgrund seines Ausfalls jedoch keine Auswirkungen mehr hatte. Da zu diesem Zeitpunkt nur noch drei Minuten zu fahren waren, wurde kein Safety-Car mehr eingesetzt. Stattdessen wurde die Unfallstelle lediglich mit gelben Flaggen abgesichert. Taylor kämpfte weiter um ein starkes Ergebnis zum Saisonabschluss und überquerte die Ziellinie schließlich als Dritter hinter Sieger Junesung Park und Ruben Volt.
Marco Butti hielt sich währenddessen aus den größten Schwierigkeiten heraus. Der Italiener beendete das Rennen auf Rang sechs und sammelte damit genügend Punkte, um sich erstmals zum Champion der TCR Europe zu krönen. Nach mehreren knapp verpassten Meisterschaften in der Vergangenheit gelang ihm der Durchbruch nun in seiner ersten Saison bei Monlau Motorsport. Mit dem Titelgewinn setzt Butti zugleich eine besondere Serie fort. Monlau Motorsport sichert sich damit zum dritten Mal in Folge die Fahrermeisterschaft der TCR Europe. Zudem ist Butti der erste Italiener seit Fabrizio Giovanardi im Jahr 2011, der eine europäische Tourenwagenmeisterschaft für sich entscheidet.
Für Junesung Park war es unterdessen ein besonderer Erfolg. Genau ein Jahr nach seinem ersten Sieg in Barcelona gewann der Südkoreaner erneut auf derselben Strecke und bescherte Solite Indigo Racing den dritten Saisonsieg in der TCR Europe. Ruben Volt wurde Zweiter, während Nicolas Taylor mit seinem Podiumsplatz die Saison auf dem dritten Gesamtrang abschloss.
Hinter Taylor belegte Junui Park den vierten Platz, gefolgt von Julien Briché auf Rang fünf. Butti wurde Sechster, Mikhail Simonov belegte Rang sieben. Mike Halder beendete das Rennen nach seiner Aufholjagd auf Rang neun und rückte durch Alex Leys Fünf-Sekunden-Zeitstrafe auf den achten Platz vor. Ley fiel dadurch auf Rang zwölf zurück. Victor Chan belegte Rang neun, während Victor Fernández die Top 10 als bester Fahrer der Trophy-Wertung komplettierte. Die finalen Ergebnisse des zweitens Rennens findet ihr hier.
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Nach dem letzten Rennen der Saison stand auch die endgültige Meisterschaftswertung fest. Marco Butti sicherte sich mit 206 Punkten den Titel und lag damit neun Zähler vor Mike Halder, der die Saison als Vizemeister abschloss. Für den Deutschen war es eine gelungene Comeback-Saison in der TCR Europe, nachdem er 2022 den achten Gesamtrang belegt hatte. Nicolas Taylor wurde mit 187 Punkten Dritter und lag zehn Zähler hinter Halder. Ruben Volt verpasste den dritten Platz um lediglich drei Punkte und beendete die Meisterschaft auf Rang vier. Viktor Andersson komplettierte die Top fünf. Den vollständigen Meisterschaftsstand findet ihr hier.
Damit geht die zehnte Saison der TCR Europe zu Ende. Gleichzeitig beginnt 2027 mit der Übernahme der Promotion durch die WSC Group eine neue Ära. Nach der Bekanntgabe des Kalenders für die kommende Saison stehen unter anderem die Rückkehr auf den Nürburgring und den Red Bull Ring sowie ein Lauf in Donington Park auf dem Programm.
Wir bedanken uns herzlich beim gesamten Team der TCR Europe für das entgegengebrachte Vertrauen, bei unserem Kommentator Ben Wichterich-Setz und natürlich bei allen Zuschauern, die uns durch die Saison begleitet haben. Es war eine wunderbare Saison! Wir hoffen, euch Ende Mai 2027 zum Saisonauftakt in Spielberg wieder begrüßen zu dürfen. Alle Rennen der Saison 2026 findet ihr natürlich weiterhin jederzeit auf unserem YouTube-Kanal.