Saisonstart der FFSA F4 2026 – 32 Fahrer, neue Regeln und offener Titelkampf

Veröffentlicht am 3. April 2026 um 20:00

Der Saisonauftakt der französischen Formel-4-Meisterschaft verspricht auch 2026 wieder hochklassigen Nachwuchs-Motorsport. Auf dem Circuit Paul Armagnac startet die neue Saison traditionell – bereits zum zehnten Mal in Folge bildet Nogaro den Auftakt der stark besetzten Serie. Insgesamt 32 Fahrzeuge gehen an diesem Osterwochenende an den Start. Aus deutscher Sicht fällt das Feld jedoch leer aus – dafür ist mit der österreichischen Pilotin Clara Stiebleichinger zumindest eine deutschsprachige Fahrerin vertreten.

 

Internationale Talentschmiede mit Tradition

Seit ihrer Gründung 1993 – damals noch unter dem Namen „Formule Campus“ – hat sich die FFSA F4 als eine der wichtigsten Talentschmieden im internationalen Motorsport etabliert. Mit einem Starterfeld von 32 Fahrern bestätigt die Meisterschaft auch 2026 ihre enorme Attraktivität. Insgesamt sind 15 Nationen vertreten, was die internationale Bedeutung der Serie eindrucksvoll unterstreicht. Zahlreiche heutige Profis haben hier ihre Karriere begonnen – darunter Pierre Gasly und Isack Hadjar, die als prominente Beispiele für den erfolgreichen Ausbildungsweg der FFSA Academy stehen. Auch Namen wie Kévin Estre, Jean-Éric Vergne oder Stoffel Vandoorne entstammen dieser Talentschmiede.

 

Neue Frauenmeisterschaft als Meilenstein

Ein Meilenstein in der Saison 2026 ist die Einführung der offiziellen französischen Frauenmeisterschaft in der Formel 4. Insgesamt zehn Fahrerinnen stehen beim Saisonstart in Nogaro am Start. Neben bekannten Namen wie Lisa Billard, Jade Jacquet oder Sofia Zanfari stoßen mit Isabella Abreu, Clara Stiebleichinger, Ginevra Panzeri und Autumn Fisher neue Talente hinzu. Besonders interessant: Lisa Billard und Jade Jacquet sind parallel in der F1 Academy aktiv und werden daher nicht die komplette Saison bestreiten. Für die Frauenwertung sind sie nicht punktberechtigt, kämpfen jedoch weiterhin um die jeweiligen Rennpodien.

 

Offener Titelkampf und spannende Nachwuchstalente

Nach dem Aufstieg des amtierenden Champions Alexandre Munoz in höhere Klassen beginnt 2026 ein völlig offener Titelkampf. Gleich zehn Fahrer gehen in ihre zweite Saison und zählen zu den Favoriten, darunter Guillaume Bouzar, Hugo Herrouin oder Thomas Senecloze.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem amtierenden Kart-Weltmeister Thibaut Ramaekers, der den nächsten Karriereschritt wagt, nachdem er Ende 2025 bereits in der saudi-arabischen F4-Meisterschaft überzeugte und dort Platz vier belegte. Auch der Japaner Kota Tsuchihashi von der Honda Racing Suzuka School sowie Yuval Rozen aus Israel, gefördert durch Feed Racing von Jacques Villeneuve, gehören zu den spannenden Neulingen. Weitere Namen wie Jules Avril, Jimmy Helias, Oscar Goudchaux oder Lilian Soares haben bereits im internationalen Kartsport überzeugt und wollen nun in der Formel 4 Fuß fassen. Mit Paul Gleizes steht zudem ein erst 15-jähriger Nachwuchsfahrer im Feld.

 

Auffällig aus deutscher Sicht: 2026 wird kein deutscher Fahrer im Starterfeld stehen. Nachdem im Vorjahr noch Montego Maassen vertreten war und 2024 Mathilda Paatz sowie Monti am Start standen – Paatz inzwischen in der F1 Academy, Monti im Porsche Carrera Cup – bleibt das deutsche Aufgebot in diesem Jahr aus. Grund dafür ist unter anderem, dass der ADAC die Serie nicht weiter unterstützt, obwohl im November noch Einschreibemöglichkeiten bestanden. Mit Clara Stiebleichinger ist jedoch zumindest eine deutschsprachige Fahrerin aus Österreich im Feld vertreten. Die komplette Fahrerliste findet ihr hier.

 

Einheitliches Konzept für maximale Fairness

Ein Markenzeichen der französischen Formel 4 bleibt das zentrale Konzept: Alle Fahrer treten mit identischem Material an. Eingesetzt wird der Ligier JS F422 (Mygale F4 Gen2) mit einem 1,3-Liter-Renault-Turbomotor, vorbereitet durch Oreca. Die Betreuung erfolgt vollständig über die FFSA Academy – Teams im klassischen Sinne gibt es nicht.

Dieses System sorgt für maximale Chancengleichheit bei vergleichsweise niedrigen Kosten von rund 200.000 Euro pro Saison und macht die Serie besonders attraktiv für Nachwuchstalente.

 

Regeländerungen und technische Details

Neben der neuen Frauenwertung gibt es auch sportliche Anpassungen. Das Punktesystem für das zweite Rennen (Reverse Grid) wurde reduziert – der Sieger erhält nun nur noch 10 statt zuvor 15 Punkte. Rennen 1 und 3 bleiben im bekannten Formel-1-Punktesystem. Optisch fällt zudem eine neue Lackierung der Fahrzeuge auf: Ein dunkleres Blau bildet die Basis, während den Fahrern mehr Freiheiten bei der individuellen Gestaltung eingeräumt werden.

Ein weiteres Detail: Nach dem dritten Saisonsieg eines Fahrers wird der Motor zufällig mit einem anderen Teilnehmer getauscht – ein zusätzliches Element zur Sicherstellung der Fairness.

 

Kalender 2026

Neben dem Saisonauftakt in Nogaro umfasst der Kalender der FFSA F4 2026 insgesamt fünf weitere Stationen. Weiter geht es vom 15.–17. Mai in Dijon, gefolgt vom Gastspiel vom 19.–21. Juni in Spa-Francorchamps. Im Hochsommer reist die Meisterschaft vom 31. Juli – 2. August nach Magny-Cours, bevor vom 18.–20. September Lédenon auf dem Programm steht. Das Saisonfinale steigt schließlich vom 09.–11. Oktober auf dem Circuit Paul Ricard, nachdem im Vorjahr noch Le Mans hinter geschlossenen Türen das Finale bildete.

 

Zeitplan in Nogaro

Aufgrund des Osterwochenendes kommt es beim Auftakt in Nogaro zu einem leicht angepassten Zeitplan. Bereits am Freitag finden private Testfahrten statt, ehe am Samstag das offizielle Programm mit einem 30-minütigen freien Training am Vormittag sowie dem Qualifying am Nachmittag beginnt. Am Sonntag folgen die ersten beiden Rennen des Wochenendes, zunächst Rennen 1 am Vormittag (10:45 Uhr) und später Rennen 2 am Nachmittag (16:10 Uhr). Das dritte und letzte Rennen wird am Ostermontag um 14:00 Uhr ausgetragen. Die Startaufstellungen richten sich dabei vollständig nach den Qualifying-Ergebnissen: Rennen 1 wird anhand der Bestzeiten gestartet, für Rennen 2 werden die Top 10 umgedreht, während für Rennen 3 die jeweils zweitschnellste Runde jedes Fahrers entscheidend ist.

Alle drei Rennen vom Saisonauftakt in Nogaro gibt es live und mit deutschem Kommentar von JD Racing auf unserem YouTube-Kanal!


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