Mit einem hochkarätigen Teilnehmerfeld und der Premiere eines komplett neuen Fahrzeugs startet die Formula Regional Middle East Trophy 2026 in eine neue Ära. Am kommenden Wochenende fällt auf dem Yas Marina Circuit der Startschuss für die neue Saison, die mit 32 Fahrern aus aller Welt – darunter auch ein deutscher Pilot – nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ beeindruckend besetzt ist. Gleichzeitig feiert der neue Tatuus T-326 sein weltweites Renndebüt und bildet damit die technische Grundlage für die nächste Generation der Formula-Regional-Kategorie.
Die insgesamt zwölf Rennen der Saison verteilen sich auf vier Veranstaltungen. Nach zwei aufeinanderfolgenden Auftritten in Abu Dhabi zieht der Tross weiter zum Dubai Autodrome, ehe das Finale Mitte Februar auf dem Lusail International Circuit in Katar ausgetragen wird. Schon zum Auftakt zeichnet sich ab, dass die Leistungsdichte extrem hoch ist und ein klarer Favorit kaum auszumachen sein dürfte.
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft den Seriennamen: Im Zuge des neuen FIA-Konzepts für die Formel-4- und Formula-Regional-Kategorien wird die bisherige Meisterschaft ab 2026 als „Trophy“ ausgetragen. Die FIA führt damit ein flexibleres Modell ein, das es Veranstaltern ermöglicht, entweder klassische, länger angelegte Meisterschaften oder kompaktere Formate mit weniger Rennwochenenden umzusetzen. Ziel ist es, die Einstiegshürden zu senken, die internationale Teilnahme zu fördern und den Formelsport insgesamt zugänglicher zu machen.
Auch sportlich bringt die neue Saison einige Änderungen mit sich. In allen Rennen kommt künftig das aus der Formel 1 bekannte Punktesystem zum Einsatz. Zusätzliche Zähler für Pole-Positionen oder schnellste Rennrunden entfallen. Die Startaufstellung für das erste Rennen ergibt sich aus dem Ergebnis des ersten Qualifyings, während für Rennen zwei die Top 12 der offiziellen Resultate aus Lauf eins in umgekehrter Reihenfolge starten. Die Startaufstellung für das dritte Rennen basiert wiederum auf den Zeiten aus dem zweiten Qualifying. Sämtliche Rennen werden über eine Distanz von 28 Minuten plus eine Runde ausgetragen. Das komplette Regelwerk findet ihr hier.
Besonders im Fokus steht das von Prema eingesetzte Team Mumbai Falcons Racing Limited, das gleich drei der auffälligsten Formel-4-Piloten des Jahres 2025 an den Start bringt. Kean Nakamura-Berta verpasste zu Jahresbeginn noch knapp den Titel in der F4 Middle East, dominierte anschließend jedoch sowohl die italienische Formel-4-Meisterschaft als auch die Euro 4 Serie. Der britisch-japanisch-slowakische Fahrer trifft im Team auf Sebastian Wheldon, Sohn des zweifachen Indy-500-Siegers Dan Wheldon, der 2025 ebenfalls in den drei genannten F4-Serien überzeugte und in Italien Platz drei belegte. Komplettiert wird das Trio durch Salim Hanna, einen Schützling von Juan Pablo Montoya, der sich mit Platz vier und dem Rookie-Titel in der italienischen Formel 4 nachhaltig empfohlen hat. Für alle drei gilt jedoch: Der Umstieg auf die deutlich leistungsstärkere Formula Regional ist Neuland.
ART Grand Prix, das Erfolgsteam aus Frankreich, bringt mit Taito Kato einen der spannendsten asiatischen Nachwuchsfahrer an den Start. Der Honda-Junior sammelte bereits im Vorjahr FRME-Erfahrung, bevor er in der europäischen Formula Regional sowie beim prestigeträchtigen Macau Grand Prix überzeugte. Unterstützt wird er von Kabir Anurag aus Singapur, der 2025 Sechster in der Euro-4-Meisterschaft wurde, sowie von Matteo Giaccardi aus Monaco, der direkt aus der französischen Formel 4 aufsteigt.
R-ace GP setzt unter anderem auf lokale Identifikation: Rashid Al Dhaheri kehrt als sechstplatzierter der Vorsaison zurück und zählt zu den Titelanwärtern. Der Fahrer aus Abu Dhabi bekommt mit Yuki Sano starke interne Konkurrenz. Der Toyota-Förderpilot war Vizemeister in der japanischen Super Formula Lights und fuhr auch in Macau in die Top 10. Für die ersten beiden Rennwochenenden wird Gerrard Xie das Aufgebot ergänzen, ehe der amtierende F4-Middle-East-Champion Emanuele Olivieri ins Cockpit steigt.
Großes Interesse gilt auch dem Einstieg von Rodin Motorsport in die FRMET. Das britisch-neuseeländische Topteam vertraut auf den australischen GB3-Champion Alex Ninovic sowie auf Reza Seewooruthun, der bereits über umfassende Streckenerfahrung in der Region verfügt. Komplettiert wird das Line-up durch den Deutschen Maxim Rehm, der aus der italienischen Formel 4 aufsteigt und erstmals im Nahen Osten antritt. Der Deutsche sorgte unter anderem in der GB3-Serie für Aufsehen, als er bei seinem Einsatz in Monza direkt einen Sieg feiern konnte.
Mit Trident Motorsport steigt ein weiteres renommiertes Team neu in die Serie ein. Kai Daryanani bringt umfangreiche Erfahrung aus Yas Marina und Dubai mit, nachdem er 2024 die Formula Trophy gewann. An seiner Seite fahren der starke italienische F4-Pilot Maksimilian Popov sowie der serbische Nachwuchsfahrer Andrija Kostić, der wie Popov sowohl in der italienischen Formel 4 als auch in der Euro 4 überzeugte.
MP Motorsport kehrt ebenfalls in die Formula-Regional-Szene des Nahen Ostens zurück. Eurocup-3-Champion Christian Ho wird für die ersten beiden Rennwochenenden erwartet, während Alexander Abkhazava nach einer Pause wieder ins FRME-Cockpit zurückkehrt. Ergänzt wird das Aufgebot durch Alceu Feldmann aus Brasilien, der aus der nationalen Formel-4-Serie aufsteigt.
Van Amersfoort Racing tritt erstmals mit eigenem Vollzeitprogramm an. Felix Fu Yuhao und Dion Gowda kennen die Strecken bereits aus der F4 Middle East, wobei Gowda 2025 auch in Europa in der Formula Regional unterwegs war. Francisco Macedo aus Portugal komplettiert das Line-up nach einer soliden Eurocup-3-Saison.
Pinnacle Motorsport bringt mit Alex Powell und August Raber zwei vielversprechende Fahrer an den Start, die 2025 bereits in der F4 Middle East Rennen gewinnen konnten. Beide gelten als Kandidaten für vordere Platzierungen. Weitere Aufmerksamkeit gilt Jules Roussel, der Ende 2025 mit einem vielbeachteten Sieg beim FIA F4 World Cup auf sich aufmerksam machte und nun gemeinsam mit Andrea Dupé und Artem Severiukhin für G4 Racing antritt.
CL Motorsport vertraut auf Erfahrung und Nachwuchs zugleich. Michael Belov ist einer der routiniertesten Fahrer im Feld und kennt die Serie noch aus Zeiten der Asian F3 (wurde 2018 in Formula Regional Middle East Championship unbenannt) . Newman Chi Zhenrui und Schweizer Enea Frey steigen aus der Formel 4 auf und wollen sich schnell etablieren. RPM setzt auf Jan Przyrowski, Miguel Costa sowie den erfahrenen Giovanni Maschio, der bereits seit 2023 Teil der Serie ist und mit 36 Starts als echter FRME-Routinier gilt. Die komplette Fahrerliste findet ihr hier.
Mit dieser außergewöhnlichen Mischung aus etablierten Talenten, ambitionierten Aufsteigern und dem Debüt des neuen Tatuus T-326 verspricht die Formula Regional Middle East Trophy 2026 Hochspannung vom ersten Start an. Wenn am Samstag in Abu Dhabi die Ampeln auf Grün schalten, beginnt eine Saison, die bereits jetzt als eine der stärksten in der Geschichte der Serie gilt. Das erste Rennen startet am Samstag um 14:50 Uhr, ehe am Sonntag um 08:30 Uhr Rennen zwei und um 12:25 Uhr Rennen drei folgen. Alle Rennen sind live und mit deutschem Kommentar auf unserem YouTube-Kanal zu sehen.
Foto: Top Speed Sports Events LS Limited
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