Die Asian Le Mans Series könnte ihre Saison 2026/27 erstmals vollständig in Europa austragen. Das sagte AsLMS-Serienchef Frédéric Lequien gegenüber der englischsprachigen Motorsportseite Sportscar365.
Hintergrund sind die weiterhin unsicheren politischen und sicherheitstechnischen Entwicklungen im Nahen Osten. Ursprünglich war vorgesehen, die Saison mit zwei Rennwochenenden in den Vereinigten Arabischen Emiraten auszutragen, bevor das Finale Mitte Januar im malaysischen Sepang stattfinden sollte. Das würde genau zu dem Kalender passen, den Rennteam Ajith Kumar Racing am 15. März 2026 veröffentlicht hatte. Ob dieser Plan umgesetzt werden kann, soll laut Lequien im Laufe des Sommers entschieden werden.
„Die nächste Asian Le Mans Series könnte etwas anders aussehen, falls die Situation im Nahen Osten unverändert bleibt“, sagte Lequien gegenüber Sportscar365. „Wir müssen im Sommer Entscheidungen treffen und würden wahrscheinlich in Europa fahren, falls Rennen im Nahen Osten nicht möglich sind.“
Sollte es dazu kommen, würde sich die Asian Le Mans Series praktisch in eine europäische Wintermeisterschaft verwandeln. Erstmals in ihrer Geschichte würden dann keine Rennen auf dem asiatischen Kontinent stattfinden. Zwar war die Serie während der Corona-Pandemie bereits ausschließlich in Dubai und Abu Dhabi unterwegs, diese Veranstaltungen fanden jedoch weiterhin in Asien statt. Für den ursprünglich geplanten Kalender standen erneut Rennen auf dem Dubai Autodrome und dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi auf dem Programm. Die Veröffentlichung des Kalenders wurde jedoch verschoben, nachdem sich die Lage im Nahen Osten durch den Konflikt mit dem Iran verschärft hatte.
Als mögliche Alternativen gelten europäische Rennstrecken wie Circuit de Barcelona-Catalunya, Circuit Paul Ricard oder der Autódromo Internacional do Algarve in Portimão. Lequien sagte außerdem gegenüber Sportscar365, dass eine Austragung in Südeuropa aktuell die sicherste und wirtschaftlich sinnvollste Lösung wäre.
„Wir glauben, dass dies der sicherste Weg ist, die Veranstaltungen durchzuführen“, sagte Lequien. „Es ergibt keinen Sinn, Sepang beizubehalten, wenn wir nicht auch in den Nahen Osten reisen. Das wäre für alle Beteiligten zu teuer und das brauchen wir momentan nicht.“
Trotz der unsicheren Kalendersituation laufen die Vorbereitungen für die Saison 2026/27 weiter. Erstmals wird die Hypercar-Klasse Teil der Asian Le Mans Series sein. ACO-Präsident Pierre Fillon rechnet derzeit mit drei bis sechs Hypercars im Starterfeld.
Gleichzeitig wurde bei der traditionellen ACO-Pressekonferenz in Le Mans bestätigt, dass die LMP3-Kategorie künftig aus der Asian Le Mans Series ausgegliedert wird. Mit dem neuen Asian Le Mans Cup entsteht eine eigenständige Meisterschaft für LMP3- und GT3-Fahrzeuge, die sich am erfolgreichen Konzept des Michelin Le Mans Cup in Europa orientieren soll. „Deshalb schaffen wir den Asian Le Mans Cup mit LMP3- und GT3-Fahrzeugen“, sagte Lequien gegenüber Sportscar365. „Die Idee ist grundsätzlich dieselbe wie beim Michelin Le Mans Cup in Europa. Das Potenzial dafür ist sehr groß.“
Wann der Kalender der Asian Le Mans Series 2026/27 veröffentlicht wird, bleibt weiterhin offen. Laut Fillon soll die Bekanntgabe gemeinsam mit der Bestätigung der letzten beiden Saisonläufe der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) erfolgen. Auch dort werden derzeit Alternativen geprüft, falls die Rennen in Katar und Bahrain nicht durchgeführt werden können. Was aber klar ist: Egal wo gefahren wird – MTD ist live dabei! Die komplette Saison 2026/27 gibt es live und mit deutschem Kommentar auf unserem YouTube-Kanal!
Foto: ACO / Asian Le Mans Series
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