Am vergangenen Osterwochenende fiel der Startschuss zur Saison 2026 der französischen Formel-4-Meisterschaft. Auf dem Circuit Paul Armagnac in Nogaro gingen insgesamt 32 Nachwuchspiloten an den Start und sorgten bei frühlingshaften Bedingungen für ein actionreiches erstes Rennwochenende mit engen Zeitabständen, spannenden Zweikämpfen und drei unterschiedlichen Rennsiegern.
Qualifying:
Bei idealen Bedingungen mit Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad entwickelte sich das Qualifying direkt zum ersten Schlagabtausch der Saison. Früh setzten Thibaut Ramaekers und Matthéo Dauvergne erste Bestzeiten, doch am Ende war es Guillaume Bouzar, der das Tempo bestimmte.
Mit einer stetigen Steigerung setzte sich der Franzose auf 1:26.030 Minuten ab und sicherte sich damit die Pole-Position für Rennen 1 und Rennen 3. Hinter ihm reihten sich Dauvergne, Hugo Herrouin und Tom Dussol ein – ein rein französisches Quartett an der Spitze.
Ramaekers und Kota Tsuchihashi komplettierten die Top 6, während Oscar Goudchaux und Lilian Soares ebenfalls starke Leistungen zeigten. Auf Rang zehn platzierte sich Yuval Rosen, der damit von der Reverse-Grid-Regel profitierte und für Rennen 2 von der Pole starten durfte. Die Abstände waren extrem gering – teilweise trennten nur wenige Hundertstel die Fahrer.
Rennen 1:
Beim Erlöschen der Startampel setzte sich Guillaume Bouzar sofort an die Spitze und behauptete die Führung in der ersten Kurve, trotz eines starken Starts von Hugo Herrouin aus der zweiten Reihe. Für Matthéo Dauvergne verlief der Start hingegen alles andere als optimal: Nach einem technischen Problem musste er bereits nach der Einführungsrunde an die Box zurückkehren.
Thibaut Ramaekers machte früh Boden gut und holte sich die Position von Kota Tsuchihashi zurück. Kurz darauf nahm er die Verfolgung von Tom Dussol auf, der sich jedoch wenig später drehte. Eine Safety-Car-Phase folgte, doch Bouzar ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen.
Nach dem Restart kontrollierte der Franzose das Rennen souverän und setzte sich erneut ab. Mit Pole-Position, Rennsieg und schnellster Runde gelang ihm ein perfekter Auftakt in die Saison.
Im Kampf um die Podestplätze versuchte Ramaekers vergeblich Druck auf Herrouin auszuüben, der sich über sein erstes Podium in der Formel 4 freuen durfte. Nach dem Rennen fiel Ramaekers jedoch durch eine Strafe auf Platz 14 zurück.
Davon profitierten Kota Tsuchihashi und Oscar Goudchaux, die sich auf die Plätze drei und vier verbesserten. Lewis Francis komplettierte die Top 5, nachdem er sich bereits in der ersten Runde gegen Lilian Soares durchgesetzt hatte und die Position bis ins Ziel verteidigte.
Für Aufsehen sorgte auch Jimmy Helias, der sich vom 15. Startplatz bis auf Platz sieben nach vorne kämpfte. Dahinter folgten Yuval Rosen sowie die beste Fahrerin des Feldes, Lisa Billard. Der Pole Wojciech Woda machte gleich elf Positionen gut und belegte Platz elf, während Jules Avril gerade noch die Top 10 komplettierte.
In der Frauenwertung sicherte sich Jade Jacquet Rang zwei vor Sofia Zanfari, nachdem Annabelle Brian eine Strafe erhalten hatte. Die kompletten Ergebnisse von Rennen 1 findet ihr hier.
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Rennen 2:
Durch die Reverse-Grid-Regel startete der Israeli Yuval Rosen von der Pole-Position und erwischte einen perfekten Start. Über weite Strecken des Rennens konnte er sich gegen seine Verfolger behaupten, darunter Lewis Francis, Lilian Soares und Oscar Goudchaux. Hinter der Spitzengruppe wurde hart gekämpft, mehrere Zwischenfälle führten zu Safety-Car-Phasen und sorgten für zusätzliche Spannung.
Lange sah es nach einem Start-Ziel-Sieg für Rosen aus, doch weniger als drei Runden vor Schluss nutzte Lewis Francis seine Chance beim Anbremsen der Haarnadelkurve und übernahm die Führung. Kurz darauf zog auch Soares vorbei und verwies Rosen auf Rang drei. In der letzten Runde gab es einen heftigen Crash zwischen Héloïse Goldberg & Autumn Fischer. Beide konnten unverletzt aussteigen.
Goudchaux und Herrouin komplettierten die Top 5 mit soliden Leistungen. Ramaekers arbeitete sich nach einer starken Aufholjagd wieder auf Rang sechs nach vorne. Dauvergne wurde Siebter vor Lisa Billard und Shane Chandaria, der seinen ersten Punkt in der Serie einfahren konnte. Diese drei Fahrer profitierten von einer Kollision zwischen Bouzar und Dussol, die beide zurückwarf.
Tsuchihashi musste das Rennen aus der Box starten, zeigte jedoch ein starkes Comeback und kämpfte sich bis auf Platz 16 nach vorne. In der Frauenwertung setzte sich erneut Lisa Billard durch, vor Clara Stiebleichinger und Sofia Zanfari. Die kompletten Ergebnisse von Rennen 2 findet ihr hier.
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Rennen 3:
Der Start ins dritte Rennen hatte entscheidenden Einfluss auf den Rennverlauf: Thibaut Ramaekers kam von außen besser weg als Guillaume Bouzar, wurde jedoch von diesem entscheidend aufgehalten. Matthéo Dauvergne nutzte die Situation und schob sich auf Platz zwei nach vorne. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein intensives Duell um die Führung. Dauvergne setzte Bouzar konstant unter Druck und fuhr zudem die schnellste Rennrunde, fand jedoch keinen Weg vorbei. Die Entscheidung fiel schließlich nach Rennende: Für sein Manöver am Start erhielt Bouzar eine Zeitstrafe von fünf Sekunden und fiel dadurch auf Rang drei zurück.
Damit feierte Dauvergne seinen ersten Sieg in der französischen Formel 4 vor Ramaekers. Hinter dem Podium überzeugten erneut Kota Tsuchihashi, Oscar Goudchaux, der mit einem starken Überholmanöver gegen Hugo Herrouin glänzte, sowie Lilian Soares, Lewis Francis und Yuval Rosen. Shane Chandaria sicherte sich als Zehnter seinen ersten Punkt des Wochenendes, während Tom Dussol trotz guter Pace erneut ohne zählbares Ergebnis blieb.
In der Frauenwertung dominierte Lisa Billard mit drei Klassensiegen, war jedoch aufgrund ihrer Teilnahme an der F1 Academy nicht punktberechtigt. Dadurch übernahm Annabelle Brian die Führung in der Frauenmeisterschaft vor Angelina Proenca und Héloïse Goldberg. Auch die Österreicherin Clara Stiebleichinger überzeugte mit konstant starken Leistungen und unterstrich ihr Potenzial. Die kompletten Ergebnisse von Rennen 3 findet ihr hier.
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In der Gesamtwertung führt nach dem Auftakt Guillaume Bouzar mit 43 Punkten vor Hugo Herrouin (30 Punkte) und Matthéo Dauvergne (28 Punkte). Dahinter folgen Kota Tsuchihashi und Oscar Goudchaux mit jeweils 27 Punkten. Die extrem engen Abstände zeigen bereits nach dem ersten Wochenende: Die Saison 2026 der FFSA F4 verspricht einen spannenden und offenen Titelkampf. Weiter geht es vom 15. bis 17. Mai in Dijon.
Foto: KSP Reportages
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