Up2Race führt nach Rennabbruch zur Halbzeit die Michelin 12H Nürburgring an

Veröffentlicht am 4. Juli 2026 um 23:00

Nach den ersten sechs Stunden der Premierenausgabe der Michelin 12H Nürburgring führt das Debütteam Up2Race das Gesamtklassement an. Der erste Rennabschnitt endete allerdings rund 40 Minuten vor dem geplanten Ende vorzeitig mit der Roten Flagge, nachdem es zu einem schweren Unfall des führenden Mühlner Motorsport-Porsche in der 992-Klasse gekommen war.

 

Im letzten Rennstundenabschnitt schlug Joshua Bednarski im Porsche 911 GT3 Cup (992 I) mit der Startnummer 921 in Kurve 1 heftig in die Streckenbegrenzung ein. Der Fahrer konnte das Fahrzeug glücklicherweise eigenständig verlassen und blieb unverletzt, wurde jedoch vorsorglich zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Aufgrund der umfangreichen Reparaturen an der Streckenbegrenzung wurde der erste Rennteil anschließend vorzeitig beendet.

Über Nacht stehen alle Fahrzeuge nun unter Parc-fermé-Bedingungen. An der Spitze liegt der Porsche 911 GT3 R (992) EVO von Up2Race, pilotiert von Fabio Grosse, Tim Heinemann und Oleksiy Kikireshko. Rang zwei belegt der GT3-PRO-AM-Porsche von Proton Competition mit Jörg Dreisow, Manuel Lauck, Joel Sturm und Constantin Dressler. Dritter und Führender der GT3-AM-Klasse ist der Mercedes-AMG GT3 EVO von Viper Niza Racing mit Melvin Moh, Dominic Ang und Douglas Khoo.

Durch den Ausfall des Mühlner Motorsport-Porsche übernimmt Red Camel-Jordans.nl mit Fabian Danz, Rik Breukers, Luc Breukers und Ivo Breukers die Führung in der 992-Klasse. In der TCE-TCX-Klasse liegt der Ligier JS2 R von Not Only Motorsport mit Filippo Tornaghi, Gino Rocchio und Nathan Huet vorne. Die Einzelfahrzeugklassen GTX und GT4 werden von KEO Racing beziehungsweise HOFOR Racing by Bonk Motorsport angeführt.

 

GT3

An der Spitze entwickelte sich direkt nach dem Start ein enges Duell. Pole-Setter Mikaël Grenier behauptete im Mercedes-AMG GT3 EVO von GetSpeed Team PCX Racing zunächst die Führung, während Joel Sturm im Porsche von Proton Competition den Audi von Pierre Kaffer (Saintéloc Junior Team) bereits in Kurve 2 überholen konnte.

Zwar setzte sich Grenier zunächst leicht ab, doch bereits nach einer halben Stunde betrug sein Vorsprung nur noch 0,3 Sekunden. Sturm setzte den Mercedes permanent unter Druck und musste gleichzeitig den Porsche von Tim Heinemann von Up2Race hinter sich halten. Das Spitzentrio lieferte sich dabei ein Duell, das eher an ein Sprintrennen als an ein Langstreckenrennen erinnerte.

Im Verkehr wechselten die Abstände ständig. Pierre Kaffer verteidigte Rang vier gegen den von Platz sieben gestarteten Ferrari 296 GT3 EVO von Era Motorsport mit Jake Hill. Nach 70 Minuten absolvierte Grenier den ersten Boxenstopp der Spitzengruppe, Sturm übernahm kurzzeitig die Führung und kam zehn Minuten später an die Box.

Nach 1 Stunde und 40 Minuten sorgte der erste Code 60 des Rennens für Neutralisation. Nicolas Guelinckx schlug mit dem neuen BMW M4 GT3 EVO von HAAS RT im Schumacher-S in die Streckenbegrenzung ein. Der Belgier blieb unverletzt, das Fahrzeug wurde jedoch schwer beschädigt. Das Team wird morgen zum zweiten Teil nicht an den Start gehen und schließte ihre Box. 

Beim Restart folgte das nächste Drama: Jordan Boisson verlor im Mercedes-AMG von GetSpeed Team PCX Racing beim Beschleunigen die Kontrolle und rutschte frontal in die Leitplanken. Mit beschädigter Front und blockiertem rechten Vorderrad schleppte er das Fahrzeug zurück an die Box. Dank einer starken Reparatur verlor das Team lediglich acht Runden.

 

Nach drei Rennstunden führte Jörg Dreisow für Proton Competition mit einem Vorsprung von 85 Sekunden. Tanner Harvey im Mercedes-AMG von JR286 by GetSpeed konnte den Rückstand anschließend jedoch kontinuierlich verkürzen. Nach dem nächsten Boxenstopp von Dreisow übernahm Harvey vorübergehend die Gesamtführung, während Up2Race weiterhin in Schlagdistanz blieb. Zwei Stunden vor Rennende sorgte Ajith Kumar im Mercedes-AMG von Ajith RedAnt Racing mit einem Einschlag in Kurve 3 für den nächsten Code 60. Nach den folgenden Boxenstopps führte Manuel Lauck für Proton Competition vor Melvin Moh (Viper Niza Racing) und Fabio Grosse (Up2Race).

Nach einer weiteren Neutralisation wegen eines gestrandeten 992-Porsche lag Lauck mit noch rund einer Stunde Restfahrzeit 50 Sekunden vor Grosse. Durch ein Missverständnis innerhalb des Teams musste der Porsche von Proton Competition jedoch kurz hintereinander zweimal an die Box kommen. Dadurch übernahm Grosse wenige Minuten vor der Roten Flagge die Gesamtführung.

Auf Platz vier liegt derzeit der Lamborghini Huracán GT3 EVO von ARC Bratislava mit Miroslav Konopka, Matej Konopka, Adam Konopka und Zdeno Mikulasko. Fünfter ist der Audi R8 LMS GT3 EVO II von Juta Racing mit Lutz Obermann, Andres Latorre und Leonardas Dirzys. Die Top Sechs komplettiert der Mercedes-AMG GT3 EVO von JR286 by GetSpeed mit Tanner Harvey, Steve Jans, Patrick Liddy und Jonathan Hirshberg.

 

992

Auch in der 992-Klasse entwickelte sich direkt nach dem Start ein packender Dreikampf. Martin Rump behauptete für Mühlner Motorsport zunächst die Führung vor James Kellett (HRT Performance) und Rik Breukers (Red Camel-Jordans.nl).

Ein Fehler von Rump im Schumacher-S in Runde vier ermöglichte Kellett die Führung. Zwar setzte sich der HRT-Porsche zunächst um rund fünf Sekunden ab, doch nach etwa einer Stunde war der Vorsprung bereits wieder auf drei Sekunden geschrumpft. Nach den ersten Boxenstopps und mehreren Code-60-Phasen blieb das Spitzentrio unverändert. Zur Rennhalbzeit führte Conrad Tox Leveau für Mühlner Motorsport. Etwa 30 Minuten später übernahm Joshua Bednarski das Steuer, wurde jedoch in der letzten Schikane vom Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO von E2P Racing getroffen.

 

Nach einem kurzen Boxenstopp fiel Mühlner Motorsport zunächst auf Rang fünf zurück, arbeitete sich jedoch durch weitere Boxenstopps der Konkurrenz rasch wieder nach vorne. Rund zwei Stunden vor Schluss führte Bednarski die Klasse mit knapp einer Minute Vorsprung vor Ivo Breukers (Red Camel-Jordans.nl) an.

Etwa eine Stunde vor Rennende folgte schließlich der schwere Unfall von Bednarski in Kurve 1. Nach der anschließenden Code-60-Phase und der Roten Flagge übernimmt Red Camel-Jordans.nl die Klassenführung. Dahinter folgen auf derselben Runde der Porsche von Seblajoux Racing mit der Startnummer 910, HRT Performance sowie Chazel Technologie Course.

 

GTX, GT4 und TCE-TCX

Tornaghi erwischte für Not Only Motorsport einen perfekten Start und setzte sich mit dem Ligier JS2 R früh deutlich von den drei Fahrzeugen von asBest Racing ab, angeführt vom Porsche 718 Cayman GT4 CS (982) mit Cesar Fonseca. Zur Rennhalbzeit betrug der Vorsprung lediglich eine Runde, bis zum Rennabbruch konnte der Ligier seinen Vorsprung jedoch auf drei Runden ausbauen.

In der GT4-Klasse zeigte der BMW M4 GT4 EVO (G82) von HOFOR Racing by Bonk Motorsport mit Michael Bonk, Martin Kroll, Claudia Hürtgen und ihr Sohn Elia Weiß eine konstante und fehlerfreie Leistung und führt die Klasse souverän an. In der GTX-Klasse hatte der Ligier JS2 RS von KEO Racing mit Adrian Kunzle und Kevin Madsen früh mit Getriebe- und Motorproblemen zu kämpfen. Dadurch absolvierte das Team bis zur Unterbrechung lediglich 72 Runden.

Die Rennergebnisse nach Part 1 findet ihr hier.

Startaufstellung für Part 2 findet ihr hier.

Part 1 verpasst? Hier kannst du dir die ganze Rennaction in voller Länge als Wiederholung anschauen ⬇️

Der zweite Teil der Michelin 12H Nürburgring startet am Sonntag um 12:00 Uhr. Bereits ab etwa 11:25 Uhr beginnt auf unserem YouTube-Kanal die Live-Übertragung direkt aus der Startaufstellung mit Vorberichterstattung von Fabian Spies, anschließend folgen die kompletten letzten sechs Rennstunden live und mit deutschem Kommentar.

Foto: Creventic / 24H Series

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